Zum ersten Mal Baclofen

Eigene Erfahrungsberichte zu Baclofen und Alkohol
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Papfl
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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Papfl » 25. Mai 2017, 16:46

Hallo zusammen!

Lucidare hat geschrieben:Vielleicht kann @Papfl ja noch mal was zu dem Bludrucksenker und Sertralin sagen. [smile]

Ich gehe davon aus, dass Du (@ac2017) Deinen Arzt über die Medikamente informiert hast. Baclofen kann zusätzlich blutdrucksenkend wirken, daher würde ich den Blutdruck auf jeden Fall häufiger kontrollieren. Gegebenenfalls muss man dann halt an der Dosierung der Blutdrucksenker "schrauben".

Wobei ich ehrlich gesagt im Moment nicht wüsste, wo ich da bei Dir ansetzen soll. Bei dem aus meiner Sicht unverantwortlichen Baclofeneinstieg mit 3 x 25 mg/Tag (da kannst Du jetzt erstmal nichts für, wenn Dir Dein Arzt das so gesagt hat), wird ja so ziemlich alles über den Haufen geworfen.

Wäre ich an Deiner Stelle, würde ich zurück gehen auf 4 x 6,25 mg Baclofen pro Tag (also 25 mg insgesamt), eingenommen im Abstand von +/- 4 Stunden und - wie bereits erwähnt - den Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Diese Dosis dann 3-5 Tage beibehalten und dann um 12,5 mg/Tag erhöhen, wenn es die unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs) resp. das persönliche Befinden zulassen.

Generell gilt: Baclofen langsam in kleinen Schritten in Anlehnung an den Leitfaden für die Anwendung oder die auf die jeweilige Tablettenstärke zugeschnittenen Dosierungstabellen hier im Forum aufdosieren, bis erste Nebenwirkungen auftreten oder das Craving verschwindet. Die Nebenwirkungen sind häufig "nur" erhöhte Müdigkeit oder ein bisschen "Neben-Sich-Stehen"...also nichts Weltbewegendes.

Dann auf dieser Stufe (bei der die ersten Nebenwirkungen aufgetreten sind) verharren. In der Regel verschwinden die Nebenwirkungen nach wenigen Tagen wieder. Besteht nach wie vor Craving ("Trinkverlangen"), dann sollte die Dosis - nachdem die Nebenwirkungen abgeklungen sind - langsam weiter gesteigert werden, bis erneut Nebenwirkungen auftreten. Dann wieder innehalten und so weiter [schritte] .

Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem die Nebenwirkungen auch nach ein oder zwei Wochen nicht mehr verschwinden. Etwas unterhalb liegt dann die ideale individuelle Erhaltungsdosis. Im Idealfall pendelt es sich so ein, dass man bei der idealen persönlichen Erhaltungsdosis kein oder kaum Craving ("Trinkverlangen") und keine oder kaum Nebenwirkungen hat.

Grundsätzlich spricht m. E. nichts gegen die Kombi des selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers (SSRI) Sertralin und Baclofen. Auch hier gilt es halt langfristig zu schauen, ob man an der Medikation "schrauben" kann. Soll heißen: Brauchst Du Sertralin überhaupt noch, wenn Baclofen seine volle Wirkung entfaltet hat?

Dieses Feintuning ist aber nicht möglich, wenn zu viel Baclofen das komplette System durcheinander wirbelt. Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall zeitnah meinen Arzt kontaktieren und ihm das schildern, was Du hier geschrieben hast. Und ihn auch auf die parallele Medikation - falls noch nicht geschehen - aufmerksam machen.

Würde mich interessieren, wie er reagiert.

Alles Gute einstweilen!
Papfl
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DonQuixote
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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon DonQuixote » 25. Mai 2017, 21:11

Hallo Ac

Meine Vor-Redner (-Schreiber) haben das Wichtigste schon gesagt. Gleich mit 75 mg / Tag zu beginnen, ist schon ein bisschen heftig. Ganz unmöglich ist das nicht, wenn man das Medikament gut verträgt, aber es widerspricht allen unseren Erfahrung und auch den eindeutigen Empfehlungen im offiziellen Beipackzettel.

Apropos Beipackzettel und dem von Dir berichteten Albtraum. Von solchen extrem realistischen Klarträumen wird tatsächlich bei der Behandlung mit Baclofen bei Alkoholabhängigkeit immer wieder berichtet. Auch ich hatte welche, und das war schon sehr beängstigend. Die verschwanden dann aber auch wieder, so schnell wie sie gekommen waren. Jetzt ist aber Baclofen für sein ursprüngliches Anwendungsgebiet, der Behandlung einer Spastizität schon seit Jahrzehnten und bei Millionen Patienten erprobt, ambulant jedenfalls bis zu einer Dosis von 75 mg / Tag. Und seltsamerweise sind solche luziden Träume als Nebenwirkung von Baclofen dort unbekannt, siehe den oben verlinkten erweiterten Beipackzettel (Fachinformation Lioresal). Man könnte also auch den Verdacht hegen, dass bei mit Baclofen behandelten Alkoholabhängigen ganz andere Ursachen für solche Albträume vorhanden sind. Vorstellbar wäre z.B. die Traumverarbeitung einer ungewissen Zukunft, d.h. ein Leben ohne Alkohol, welches ja das Ziel der Behandlung ist.

Die Baclofen-Behandlung ist kein „Sprint“, sondern viel eher mit einem Langstreckenlauf zu vergleichen. „Pille schlucken und alle Probleme gelöst“ funktioniert leider nur in sehr wenigen Fällen. Und ich schaue da schon mal etwas in die Zukunft: Auf lange Sicht wirst Du unter Umständen auch eine Dosierung von mehr als 75 mg / Tag im Auge behalten müssen, weil die Dosierung „nach Beipackzettel“ in vielen Fällen nicht ausreicht. Ich hoffe, dass Dein Arzt da auch mitzieht, wenn das erforderlich ist. Aber dann bitte nicht mit der Hau-Ruck-Methode, sondern laut Dosierungsempfehlung, welche @Papfl weiter oben bereits verlinkt hatte.

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon ac2017 » 26. Mai 2017, 00:00

Hallo,

@papfl Ich hatte meinem Arzt von allen Medikamenten erzählt. Ja, das werde ich beobachten, ob ich Sertralin noch brauche.

Ich war heute den ganzen Tag wie auf Amphetaminen, total überdreht, ich glaube, für viele Leute auch beängstigend. Und habe mich total wohl gefühlt.

Ich musste eben noch Auto fahren, deshalb habe ich mich wegen des Schwindels gestern abend nicht getraut, die 19-Uhr-Dosis zu nehmen. Ich habe sie jetzt erst genommen. Trotzdem war mir auf der Fahrt schwindelig.
Ich bin an der Tankstelle vorbeigefahren, an der ich sonst immer notmäßig Bier kaufe. Es kam nur der Gedanke auf, dass ich da sonst immer Bier kaufe, aber keinerlei Verlangen, dort jetzt etwas zu kaufen.
Dabei ist mir klar geworden, dass ich ohne Alkohol vorher einfach körperlich nervös war, gar nicht so seelisch.
Also es gab überhaupt keinen Anlass, mir etwas zu kaufen, ich hatte mich sonst auf diesem speziellen Weg immer wohl gefühlt, aber trotzdem habe ich dort dann immer Bier gekauft.

Geht dieses Ich-habe-keine-Lust-auf-Alkohol vorbei, so wie die Nebenwirkungen, und ich muss mich darauf einstellen, gegen mich selbst anzukämpfen, oder bleibt das im Idealfall so, wenn ich Bac weiter nehme?

Bisher kommt es mir nämlich wie Betrug vor, ich muss gar nicht kämpfen.

Dazu fühle ich mich gerade wie auf Wolken. Gerade denke ich, ich war noch nie so glücklich in meinem Leben. Das kommt aber nicht vom Nicht-Trinken (das habe ich ja auch schon öfter gemacht), sondern ganz sicher vom Baclofen.

Nur so "for the records": Eben wurde mir ziemlich schnell sehr schlecht, und ich musste mich heftig übergeben. Gleich danach war wieder alles in Ordnung.

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Papfl » 26. Mai 2017, 06:07

Moin ac2017!

Ich kann mich nur wiederholen: Mag sein, dass ein so hoher Einstieg (75 mg/Tag) in Einzelfällen funktioniert - bei Dir war's einfach zu viel. Ich würde - wie oben bereits geschrieben - zurück auf 4 x 6,25 mg/Tag gehen und mich dann für den weiteren Verlauf an den bewährten Dosierungstabellen (Links findest Du ebenfalls weiter oben) orientieren.

Dann findest Du auch eher raus (bitte nur in Rücksprache mit Deinem Arzt), wie und ob Du die andere Medikation eventuell reduzieren oder langsam ausschleichen kannst.

Die anfängliche Euphorie hält natürlich nicht ewig an, aber was dann kommt, würde ich nicht "Kampf" nennen. Sicher: Früher oder später hat jede/r mal wieder Gedanken wie "Jetzt war ich zwei Monate ohne Alk, jetzt könnte ich ja mal wieder..." oder gerät ins alte Fahrwasser und möchte sich beispielsweise mit Alk für etwas Besonderes belohnen, mal wieder weg beamen oder wird sonstwie getriggert. Aber der Zwang fällt weg. Du MUSST dann nicht mehr unbedingt trinken. Du kannst das mit Baclofen frei entscheiden.

Hilfreich ist in diesem Zusammenhang immer die Frage: "Ist das JETZT wirklich nötig?" Wenn Du die mit "JA" beantwortest, dann isses halt so. Dann kannst Du trinken. Manche bereuen das im Nachhinein dann wieder, andere sagen: Zu diesem Zeitpunkt war's für mich okay. Schwamm drüber.

Oder Du sagst: "NEIN", eigentlich bringt mir Alkohol unterm Strich JETZT so gut wie gar nichts. Vielleicht später. Dann lässt Du's, und widmest Dich etwas anderem, was Dir wirklich gut tut / eine "echte" Belohnung ist. Super wär's, wenn Du die jetzige Euphoriephase dafür nutzt, Dir zu überlegen, wie solche alternativen Belohnungen aussehen könnten. Was macht Dir Spaß? Was machst Du gerne? Was wolltest Du schon immer mal tun, hast es aber (vielleicht sogar wegen des Alks) bislang immer sein lassen?

Der Unterschied mit Baclofen ist: Du bist nicht mehr der Getriebene, den das Suchtmittel früher oder später einholt. Du hast die Zügel selbst in der Hand und kannst frei entscheiden, ob Du JETZT zum Suchtmittel greifen MÖCHTEST, oder es lieber lässt. Oder anders ausgedrückt: Du bist im wahren Wortsinn nicht mehr ABHÄNGIG.

Und bitte überlege Dir gut, ob Du in Deiner aktuellen Verfassung wirklich in der Lage bist, verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilzunehmen :wink: ...

Halt die Ohren steif!
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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Lucidare » 26. Mai 2017, 07:06

Moin AC,

ac2017 hat geschrieben:Dazu fühle ich mich gerade wie auf Wolken. Gerade denke ich, ich war noch nie so glücklich in meinem Leben. Das kommt aber nicht vom Nicht-Trinken (das habe ich ja auch schon öfter gemacht), sondern ganz sicher vom Baclofen.


Um es mal ganz simpel zu sagen bist Du auf "Droge" oder überdosiert. Paralell von meinen Erfahrungen bei meinem 1. Versuch ausgehend, wirst Du spätestens in drei Wochen in ein Loch fallen. Dann ist Schluß mit Euphorie, weil der Körper sich an das Medikament gewöhnt hat und man geneigt ist, die Dosis zu erhöhen um diesen Zustand zu halten. Da muss ich aber entäuschen. Da passiert nix.

Bedenke bitte, Du nimmst ein weiteres "psychoaktives" Medikament aufgrund einer psychischen Grunderkrankung. Ob sich das nun mit Baclofen verträgt oder nicht, ist mir eigentlich egal. Als Betroffener kann ich nur warnen, Du pfuscht Dir massiv und ohne Notwendigkeit in Deiner Hirnchemie 'rum. So "schön", wie sich das im Moment auch anfühlt. Und lass' die Finger von der Pulle. In dem Zustand noch einen Aufguß und Du hast alles, was Du nicht brauchst.

LG
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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon DonQuixote » 26. Mai 2017, 21:16

Hallo Ac

Ich bin es nochmal [pardon] .

ac2017 hat geschrieben:Ich war heute den ganzen Tag wie auf Amphetaminen, total überdreht, ich glaube, für viele Leute auch beängstigend. Und habe mich total wohl gefühlt.

Von einer solchen Euphorie berichten tatsächlich viele Patienten, welche mit der Baclofen-Therapie beginnen. Wobei hier nicht immer wirklich klar ist, ob es sich da um eine Nebenwirkung des Medikaments Baclofen handelt, oder ob das nicht ganz einfach die Vorfreude auf eine Heilung, auf den Ausstieg aus der Sucht ist.

Eine tatsächliche, wenn auch relativ seltene Nebenwirkung bei Überdosierung respektive zu schneller Dosissteigerung gibt es aber. Lass mich kurz ausholen: Die häufigsten Nebenwirkungen sind Abgeschlagenheit und regelrechte „Müdigkeitsanfälle“, man hat den Eindruck, jetzt sofort einschlafen zu müssen und quasi vom Stuhl zu fallen. Bei manchen Patienten (selten) ist aber auch das genaue Gegenteil der Fall, und dann kommt es zu quälender Schlaflosigkeit und damit einhergehender Hyperaktivität. Betroffen können hier insbesondere Personen mit psychiatrischen Begleiterkrankungen wie Erwachsenen-ADHS oder einer Bipolaren Störung sein. Wenn Dir also das Gefühl „wie auf Amphetaminen“ zu sein über den Kopf wächst, dann könnte das unter Umständen auch ein Hinweis auf eine momentan zu hohe Baclofen-Dosis sein.

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon ac2017 » 27. Mai 2017, 00:14

Ja, die Müdigkeitsanfälle habe ich total.
Ich gehe aber auch erst um 4 Uhr ins Bett und wache um 9 Uhr auf. [lol]

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Lucidare » 27. Mai 2017, 00:20

Hi AC,

ac2017 hat geschrieben: Ich war heute den ganzen Tag wie auf Amphetaminen, total überdreht, ich glaube, für viele Leute auch beängstigend. Und habe mich total wohl gefühlt.


Woher weißt Du, wie sich das anfühlt? Habe ich etwas überlesen?

Ja, die Müdigkeitsanfälle habe ich total.
Ich gehe aber auch erst um 4 Uhr ins Bett und wache um 9 Uhr auf. [lol]


Komme ich nicht mit klar. Was meinst Du? [pardon]

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon ac2017 » 27. Mai 2017, 01:48

Ich war vor langer Zeit mal amphetamin-abhängig, das hat sich damals ähnlich angefühlt wie bis jetzt auf Baclofen.

Ich gehe sowieso erst immer gegen 4 Uhr schlafen, und mit Baclofen wache ich topfit um 9-10 Uhr auf.
Gegen 15 Uhr werde ich schlagartig total müde und kann sofort innerhalb einer Minute einschlafen, obwohl mein Gehirn noch rattert.

Ich rauche übrigens nur noch sehr wenig, seitdem ich Baclofen nehme, ich vergesse es einfach.

Darüber hinaus ist derzeit mein Suchtgedächtnis in Bezug auf Alkohol derzeit wie ausgelöscht.
Wenn ich ohne Baclofen ein paar Tage nüchtern war, konnte ich mir IMMER vorstellen, wie es wäre, jetzt etwas zu trinken. Jetzt kann ich mich nur ganz schwer daran erinnern, wie sich das angefühlt hat.

Bin derzeit mehr als glücklich, dass ich auf YouTube beim Googeln nach Alkoholsucht auf eine Doku über Baclofen gestoßen bin.
All die positiven Gefühle, die ich (in guten Momenten) mit Alk hatte, habe ich derzeit vom Baclofen oder wie jemand vermutete, vielleicht von der Freude darüber, einen Weg aus der Sucht gefunden zu haben. Oder vom Sertralin, das jetzt ohne ständige Hangover richtig wirkt... Vielleicht eine Mischung aus Allem.

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Lucidare » 27. Mai 2017, 02:06

Hi AC,

warum ich um diese Zeit noch im Forum herumgeistere, weiß der Himbeertoni.

ac2017 hat geschrieben:Ich war vor langer Zeit mal amphetamin-abhängig, das hat sich damals ähnlich angefühlt wie bis jetzt auf Baclofen.


Ich habe da neulich mal irgendetwas gelesen. Vielleicht können die Fachleute dazu was sagen.

All die positiven Gefühle, die ich (in guten Momenten) mit Alk hatte, habe ich derzeit vom Baclofen oder wie jemand vermutete, vielleicht von der Freude darüber, einen Weg aus der Sucht gefunden zu haben.


Ja, die Angst ist weg. Die Lösung ist gefunden.

Lucidare hat geschrieben:Paralell von meinen Erfahrungen bei meinem 1. Versuch ausgehend, wirst Du spätestens in drei Wochen in ein Loch fallen. Dann ist Schluß mit Euphorie, weil der Körper sich an das Medikament gewöhnt hat und man geneigt ist, die Dosis zu erhöhen um diesen Zustand zu halten. Da muss ich aber entäuschen. Da passiert nix.


Pass auf Dich auf, bitte.

LG
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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon laggard » 27. Mai 2017, 06:29

Hallo AC
Ich gehe sowieso erst immer gegen 4 Uhr schlafen, und mit Baclofen wache ich topfit um 9-10 Uhr auf.
Gegen 15 Uhr werde ich schlagartig total müde und kann sofort innerhalb einer Minute einschlafen, obwohl mein Gehirn noch rattert.

Das ist etwas , was bei mir beim Aufdosieren regelmässig vorkam
Sehr wenig geschlafen aber topfit
Jetzt kann ich mich nur ganz schwer daran erinnern, wie sich das angefühlt hat.

Ein gutes Zeichen
All die positiven Gefühle, die ich (in guten Momenten) mit Alk hatte, habe ich derzeit vom Baclofen oder wie jemand vermutete, vielleicht von der Freude darüber, einen Weg aus der Sucht gefunden zu haben.

Ja , es gibt einen Ausweg
All die zermürbenden Gedanken .... das bischen Selbstbewusstsein , was geblieben ist
Allerdings...
du hast durch deine hohe Dosierung eine Abkürzung genommen ...die Arbeit an dir selbst wird dir nicht erspart bleiben [pardon]
Liest sich super...du bist auf dem Weg ....das ist wichtig


Gruss
Zuletzt geändert von laggard am 28. Mai 2017, 12:49, insgesamt 1-mal geändert.

Laggard´s Tage mit Alkohol im Juni : 10


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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Lucidare » 28. Mai 2017, 11:03

Hallo laggard,

du hast mich leider falsch zitiert... [mocking]

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Papfl » 28. Mai 2017, 12:04

Hallo laggard!

Mich auch... [mocking]

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon laggard » 28. Mai 2017, 12:29

Sorry an alle [pardon]
Wenn ich manchmal im Element bin ,überseh ich solche "Kleinigkeiten"
Kommt nicht mehr vor

Schau mal,was ich noch ändern kann

Gruss

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon ac2017 » 29. Mai 2017, 13:51

Hallo!

Nochmal danke an die vielen "Mitmachenden" hier.

Die Nebenwirkungen lassen bei mir stark nach. Noch ein bisschen Übelkeit vor dem Schlafengehen, etwas Paranoia vor dem Einschlafen, aber Klarträume habe ich fast nicht mehr. Gestern war ich den ganzen Tag wach, die plötzliche Müdigkeit scheint also auch wegzugehen. Das Einschlafen passiert immer noch innerhalb einer Minute, während ich sonst bis zu 3 Stunden wachgelegen habe.

Ich habe überhaupt kein Verlangen nach Alkohol. Auch wenig Appetit, ich war sonst immer ziemlich verschnäkt (Eis, Chips, Cola). Ich habe das Gefühl, Baclofen verhilft mir auch dazu, dass ich mich nicht mit Süßigkeiten kicken will.

Meine Arbeit macht mir total Spaß, ich arbeite bis zum Auffallen noch nachts. Das hatte ich vor der Alkoholsucht aber auch schon.

Bin soooo glücklich zur Zeit!! :kl

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon ac2017 » 29. Mai 2017, 18:36

Weil ich ALLES berichten wollte, wollte ich kurz schreiben, dass ich vorhin mal einen Anflug von "Jetzt hilft Alkohol!" hatte. Ich hatte wegen des Baclofens plötzlich doch wieder schlafen müssen, und dann habe ich "nur" eine Stunde geschlafen (ich hätte mehr gebraucht), weil ich mir mehrere Wecker gestellt hatte.
Und war total gerädert und mies drauf, und da fand ich mich in meinen üblichen Gedankengängen wieder.
Mein Suchtgedächtnis war wieder da.

Normalerweise wäre ich jetzt zum Supermarkt gefahren und hätte mir Alkohol gekauft.

Ich fühle mich zwar letztendlich zu "satt" dafür, aber das hat mich jetzt doch verstört. [sad]

Falls das nochmal auftritt, werde ich mir die Dosierungsempfehlungen hier im Forum anschauen.

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Lucidare » 29. Mai 2017, 20:03

Hi AC,

ac2017 hat geschrieben:Falls das nochmal auftritt, werde ich mir die Dosierungsempfehlungen hier im Forum anschauen.


Du bist beratungsresistent, machst Dein Ding. What to do? [unknown]

Pass auf Dich auf, bitte.

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon ac2017 » 29. Mai 2017, 21:25

Nee, nicht beratungsresistent, ich wollte halt erstmal schauen, ob es so passt, wie der Arzt es verordnet hat.

Eine Stunde nach meiner Abenddosis geht es mir wieder perfekt, ich bin wieder ganz ruhig.

Ich vermute, ich muss 4 Dosen nehmen statt 3. Ich lese mir mal die Dosierungsempfehlungen hier im Forum durch.

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Cappuccino » 29. Mai 2017, 22:52

Du armer, was für ein auf und ab. Heute Mittag noch so froh über deinen guten Zustand und jetzt dass.

Da lerne ich schon bevor ich angefangen habe, sehr aufzupassen was die Dosierung angeht. Ist immer so eine Sache mit den Dosierungen, auch bei Psychos. Unter -umständen reagiert auch jede Person anders darauf. Auch sehr erfahrenen Ärzte können dies nicht vorhersagen.

Lass dich nicht entmutigen, lies dir hier noch mal die Anleitung durch. Es steckt wohl sehr viel Erfahrung mit drin.

Eine bessere Nacht bis dann

Cappuccino

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Re: Zum ersten Mal Baclofen

Beitragvon Lucidare » 29. Mai 2017, 22:57

Hi AC,

es gibt solche und solche Ärzte. Ich habe reichlich Therapieerfahrung und habe schon vieles erlebt. Ich habe mich selbst während einer akuten Phase (ohne Alk) in ein Krankenhaus einliefern lassen. Dort hat man Diazepam ziemlich überdosiert. Das erste mal, das es bei mir gewirkt hat. Ich habe 14 Stunden geschlafen.

Nur, überall wo ich war, hat man immer die Psychopharmaka "eingeschwemmt". Auch mein Lieblblingsneurologe hat mir immer einen Aufdosierungsplan mitgegeben. Nix da, mit nehmen Sie gleich mal die Tageshöchstdosis laut Beipackzettel. Was Du natürlich tust. Teste weiter.

What to do. Was willst Du? [unknown]

Mach Dein Ding und berichte einfach weiter.
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