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Eigene Erfahrungsberichte zu Baclofen und Alkohol
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Luphan
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Beitragvon Luphan » 20. März 2017, 17:53

Hallo alle zusammen,

ich bin in diesem Forum schon sehr länger unterwegs, eigentlich mehr als Leser und ab und an schreibe ich auch mal was, jetzt seit einiger Zeit habe ich mein Baclofen verschrieben bekommen und habe seit gestern mit der Einnahme begonnen. Wer etwas mehr über mich und meinen Weg zu Baclofen erfahren möchte kann hier nachlesen:

"Über mich und mein Weg zu Baclofen"

Seit gestern halte ich mich strikt an den Leitfaden und habe mit 5 mg um 9:00 und 5 mg 19:00 begonnen. Statt 2 Liter Weißwein waren es gestern 1 Liter. Die Menge trinke ich nur wenn ich wirklich krank bin und damit kann ich gestern als ein klares Erfolgserlebnis mit Baclofen verzeichnen!

20.03.17

Heute habe ich auch mit 5mg 9:00 angefangen und werde um 19:00 die Nächste nehmen.

Es ist 17:30 und meine erste Weinflasche ist noch halb leer. Habe auch nicht das Verlangen unbedingt mehr trinken zu müssen. Sie steht vor mir auf dem Schreibtisch mehr oder weniger da und ich gieße mir nicht wie sonst mein leeres Glas so schnell wieder voll. Für mich und meine Frau ist es wie ein Wunder!

Obwohl ich gestern und heute nach Leitfaden nur 10 mg Baclofen über den Tag eingenommen habe, zeigt das Medikament bei mir auf jeden Fall bereits jetzt Wirkung.

Nebenwirkungen habe bei der kleinen Menge an Baclofen auch:

    - Müdigkeit
    - Sehr entspannt, wie eine "Ruhehaube" um meinen Kopf
    - Leicht trockenen Mund

Werde ab morgen die Dosis steigern:

    8:00, 12:00, 16:00 und 20.00 jeweils 5 mg Baclofen.

Vielleicht erscheint das den einem oder anderen zu schnell aber ich habe noch genau 10 Tage Urlaub und will einen Baclofenspiegel aufbauen und mit den Nebenwirkungen bis Urlaubsende klarkommen. Die Nebenwirkungen klingen jetzt nicht derart negativ und beängstigend, dennoch kann ich mir mit der "Ruhehaube" nicht vorstellen zu arbeiten. Fühle mich etwas benebelt und zu ruhig. Würde so auf meine Mitarbeiter gefühlt anders wirken und mit einem Angestellten meckern wäre ganz sicher nicht möglich...

Meine Frau war gestern und heute auch der Meinung ich sei viel Entspannter als sonst und äußerlich sehe ich ganz normal aus, dennoch fühle ich mich nicht so normal und auch wenn es von innen kommt, fühle ich mich nach außen gekennzeichnet "mit den stimmt was nicht". Wir waren heute gemeinsam bei REWE einkaufen und es hat richtig Spaß gemacht. Es war ein richtiger Einkaufsbummel der sonst nicht möglich gewesen wäre. Normalerweise will ich schnell einkaufen und dann schnell nach Hause in meine "Wohlfühloase" 16:00 am PC sitzend und das erste Glas Wein trinken.

Werde euch diese Woche auf jeden Fall 1-2 Mal schreiben bezüglich der Dosissteigerung.

Gruß

Luphan
"Es ist einfach Feeling pur, ich will die negativen Gedanken vertreiben, wie Schmutz um es als Vergleich von mir wegstreichen. Muss die Stimme dämpfen, diesen Text beenden und euch bitten nicht nach jedem Satz Kritik an mich persönlich zu wenden."

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Papfl
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Papfl » 20. März 2017, 18:47

Hallo Luphan!

Die "Ruhehaube" und der "trockene Mund" sind nicht ungewöhnlich beim Baclofen-Beginn und verschwinden in der Regel nach kurzer Zeit.

Luphan hat geschrieben:Vielleicht erscheint das den einem oder anderen zu schnell aber ich habe noch genau 10 Tage Urlaub und will einen Baclofenspiegel aufbauen und mit den Nebenwirkungen bis Urlaubsende klarkommen.

Ich möchte Dir dennoch raten, mindestens 3 Tage lang bei der Dosierung 5-5-5-5 zu bleiben, bevor Du weiter erhöhst. Durch zu schnelles Aufdosieren gewinnst du am Ende nichts. Im Gegenteil: Gut möglich, dass dadurch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs) auftreten, die bei einer langsameren Steigerung gar nicht gekommen wären.

Wenn Du jetzt drei Tage lang bei 5-5-5-5 bleibst und dann für weitere drei Tage eine Erhöhung auf 10-5-5-10 probierst, liegst Du ganz gut im Kurs. Dann wärst Du am Ende Deines Urlaubs - wenn nebenwirkungstechnisch nichts dagegen spricht - auf 10-10-10-10 (bei Erhöhung um insgesamt 10 mg alle drei Tage). Das ist schon mal eine Hausnummer. Schneller würde ich auf keinen Fall erhöhen. Kann sein, dass Du damit schon ziemlich nah an Deiner individuellen Erhaltungsdosis bist. Vielleicht brauchst Du nicht mal so viel, wenn schon 5-0-0-5 bei Dir erste Erfolge zeigen [pardon] ...

Kurzum: Nur weil Du zehn Tage Urlaub hast, musst Du jetzt nicht voranpreschen. Das ist in den meisten Fällen kontraproduktiv. Nicht nur, weil die Nebenwirkungen extremer ausfallen können, sondern auch, weil man Gefahr läuft, den Punkt, an dem die persönliche Erhaltungsdosis erreicht ist, zu "verpassen".

Und abschließend: Ich finde die neue, entspanntere "Ausstrahlung", die Du zu vermitteln scheinst, nicht unangenehm [smile] . Kann mir auch nicht vorstellen, dass das in Deiner Arbeit negativ aufgefasst wird :wink: .

Halt die Ohren steif!

Papfl
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Albert Ein­stein (1879 - 1955)

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Luphan » 21. März 2017, 17:09

Papfl hat geschrieben:Wenn Du jetzt drei Tage lang bei 5-5-5-5 bleibst und dann für weitere drei Tage eine Erhöhung auf 10-5-5-10 probierst, liegst Du ganz gut im Kurs. Dann wärst Du am Ende Deines Urlaubs - wenn nebenwirkungstechnisch nichts dagegen spricht - auf 10-10-10-10 (bei Erhöhung um insgesamt 10 mg alle drei Tage). Das ist schon mal eine Hausnummer. Schneller würde ich auf keinen Fall erhöhen. Kann sein, dass Du damit schon ziemlich nah an Deiner individuellen Erhaltungsdosis bist. Vielleicht brauchst Du nicht mal so viel, wenn schon 5-0-0-5 bei Dir erste Erfolge zeigen [pardon] ...
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Hallo alle zusammen und hallo Papfl,

ich hatte keines Wegs vor zu schnell zu erhöhen. Habe nur die letzten 3 Tage mit 5 mg morgens und 5 mg abends übersprungen und bin heute mit 5 mg 8:00, 5 mg 12 Uhr, 5 mg 16 Uhr und 5 mg 20 Uhr dabei. Bei der Einnahme und Dosierung bleibe ich bis Samstag also 5 Tage. Ab Sonntag geht es dann mit 10 mg, 5 mg, 5 mg und 10 mg weiter. Ich werde mich auf euren Rat an den konservativen Leitfaden strikt halten.

21.03.17

Es ist jetzt 16:50 und ich sitze vor meinem PC und schreibe hier im Forum, Wein und Glas stehen auf dem Tisch und ich habe noch nichts getrunken. Urlaub und WE fange ich eigentlich bereits 16:00 mit dem Trinken an. Craving verspüre ich zur Zeit nur wenig und bin mir nicht sicher, ob ich grade Entzugserscheinungen habe, ob das die Nebenwirkungen / Wirkung von Baclofen sind oder eventuell beides.

Nebenwirkungen / Wirkung oder Entzug sind:

    - Leichter Druck auf den Kopf und Ohren
    - Müdigkeit aber nicht durchgängig
    - Schwitzige Hände
    - Entspannt
    - Weiße Farbe im Hintergrund des Forums viel heller als sonst
    - Meine Stimme geht leicht weg / klingt anders
    - Zweite Nacht sehr gut geschlafen / Durchgeschlafen

Bei Entzügen die ich früher regelmäßig zwangsweise beim Eintritt in die Nachtschicht machen musste (Kein Alkohol im Nachtdienst bis morgens), da hatte ich mich fiebrig gefühlt, schwitzige Hände, Konzentration war etwas abgeschwächt, helles Licht war störend und meine Stimme war Leicht weg. Alle anderen Beobachtungen würde ich dann jetzt Baclofen zuschreiben.

Eigentlich war für den Anfang geplant meine 2 Liter weiterhin zu trinken und Baclofen nach Leitfaden nach oben zu dosieren und gleichzeitig den Alkohol zu reduzieren. Es ist aber ganz anders gekommen! Scheinbar wirkt Baclofen bei mir vor meiner Trinkzeit 16:00 - 17:00 so gut, dass ich nicht mehr auf die besagten 2 Liter komme. Darüber kann ich mich sehr glücklich schätzen. Scheinbar scheint bei mir auch die mg-Menge an Baclofen bei Weinkonsum nicht ganz zu verpuffen.

Jetzt ist es 17:02 und ich habe ein halbes Glas getrunken. Einen Trigger habe ich nicht gehabt. Eher die Sorge das ich Nebenwirkung / Wirkung oder Entzug nicht so gut unterscheiden kann. Beim logischen Nachdenken, müsste ich doch eigentlich bereits Entzug verspüren durch den 1 Liter Wein weniger am Tag. An einem Tag weniger Wein, bedeutet früheres Craving am nächsten Tag. Auf jeden Fall trinke ich jetzt lieber etwas Wein um den Entzugserscheinung vorerst zu entgehen.

Und vielleicht noch ein Sorry von mir! Es ist grade der dritte Tag und ich sollte vielleicht nicht gleich so viel hier schreiben, sonder einige Tage und Wochen abwarten wie die weitere Entwicklung wird. Dennoch tut es mir sehr gut zu schreiben und meine Gedanken, Bedenken und Ersterfahrungen hier zu posten.

Gruß

Luphan
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Lucidare » 21. März 2017, 20:16

Hi Luphan,

Luphan hat geschrieben:Und vielleicht noch ein Sorry von mir! Es ist grade der dritte Tag und ich sollte vielleicht nicht gleich so viel hier schreiben, sonder einige Tage und Wochen abwarten wie die weitere Entwicklung wird. Dennoch tut es mir sehr gut zu schreiben und meine Gedanken, Bedenken und Ersterfahrungen hier zu posten.


Nix Sorry! [cool] Wenn Du Bedenken oder Gedanken hast kannst Du auch dreimal am Tag posten. Schreibe, wenn Dir danach ist.

Weiterhin viel Erfolg! good

LG
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon laggard » 21. März 2017, 20:19

Hallon Luphan ,
Luphan hat geschrieben: Dennoch tut es mir sehr gut zu schreiben und meine Gedanken, Bedenken und Ersterfahrungen hier zu posten.

mach dir nicht so einen Kopp, was wir denken
Das man am Anfang unsicher ist und sich mitteilen möchte , ist völlig normal
Immer raus damit
Wer sonst als die Mitglieder /besonders die Admin`s im Forum können dir bessere Ratschläge/Sicherheit geben [pardon]
Das sieht gut aus bei dir
Toi Toi Toi

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Chinaski » 21. März 2017, 20:20

Hallo Luphan,

Vielen Dank dass du deine Erfahrungen mit uns teilst :-!?

Und vielleicht noch ein Sorry von mir! Es ist grade der dritte Tag und ich sollte vielleicht nicht gleich so viel hier schreiben, sonder einige Tage und Wochen abwarten wie die weitere Entwicklung wird. Dennoch tut es mir sehr gut zu schreiben und meine Gedanken, Bedenken und Ersterfahrungen hier zu posten.


Schreibe ruhig so oft du möchtest!
Viele Mitglieder nutzen ihren Thread auch wie eine Art Tagebuch.
Auch wenn dann nicht immer jemand antwortet kannst du sicher sein das deine Beiträge gelesen werden.

Viel Erfolg...
Chinaski

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Lucidare » 21. März 2017, 20:25

Hi laggard,

doppelt hält besser. [mocking]

laggard hat geschrieben: [...] besonders die Admin`s im Forum können dir bessere Ratschläge [...]


Das ist hier eher wie beim Highlander, es kann nur einen geben...

[crazy_pilot]

LG
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon laggard » 21. März 2017, 23:18

Servus ,
Dreifach .. [biggrin]

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Luphan » 22. März 2017, 16:51

Hallo alle zusammen,

vielen lieben Dank für die Zusprüche. Das hat mich aufgemuntert und ich werde weiterhin mein Tagebuch schreiben. Vielleicht sollte ich es lieber als Wochenbuch betiteln, denn ich werde nicht jeden Tag in der Woche die Zeit dafür haben.

22.03.17

Heute wieder ein weiter Tag mit 5 mg, 5 mg, 5 mg und 5 mg. Die Nacht habe wieder sehr gut geschlafen und vor allem wieder durchgeschlafen. Was ich geträumt habe kann ich nicht mehr sagen, es waren aber viele Träume, 2x nachts wach geworden (Toilettengang), Augen wieder zu und gleich wieder Träume. Fast wie Kino umsonst!

Noch vor ein paar Tagen vor Baclofen war ich morgens immer sehr müde. Habe durch den Alkohol schlecht geschlafen und war sehr oft gegen 4 Uhr nachts wach und konnte nicht mehr schlafen.

Heute morgen habe ich mich sehr gut gefühlt. Eigentlich habe ich mich so gut schon ewig nicht gefühlt. Ausgeschlafen und voller Energie. Meine Frau und ich haben uns mit meiner Mutter getroffen, wir waren gemeinsam einen Kaffee trinken und haben uns über unser Familienunternehmen unterhalten. Danach waren wir bei uns in der Stadt in einem Möbelhaus, dort haben wir uns Möbel für unsere gemeinsame Zukunft angesehen. Wir wollen in 2 Jahren ein Haus bauen und haben uns schon mal die Einrichtung angesehen. Das wäre vor paar Tagen auch nicht möglich gewesen. OK, möglich war es schon aber es wäre nicht so ausgelassen wie heute gewesen! Diese ganze innere Spannung, Nervosität und Zeitdruck waren einfach weg.

Gegen 13 Uhr waren meine Frau und ich dann zu Hause. Da wir Urlaub haben ist normalerweise 13 Uhr eigentlich keine so gute Zeit für mich um zu Hause zu sein. Ich weiß einfach bis zu meiner Trinkzeit nichts mit mir anzufangen. Heute war alles anders!

Diese oft hier beschriebene Euphorie und Tatendrang kann ich nur bestätigen. Bis eben habe ich unseren begehbaren Kleiderschrank komplett neu eingerichtet. Gesamte Kleidung nach Farbe und Jahreszeiten sortiert, von unseren gefühlten 500 Kleiderhaken in allen Farben und Variationen habe ich die "Schwarzen" rausgesucht und die Kleidung auf denen aufgehangen. Weiße, die Grauen, und alle die eine andere Form haben werden wir verschenken. Danach habe ich im Flur ein wirklich sehr großes und schweres Bild aufgehangen, stand seit Monaten im begehbaren Schrank nach dem Kauf, der Nagel war nicht richtig drin und das Bild knallte runter. Die Fußleiste ist dadurch beschädigt worden. Aber alles OK, ich bin ruhig geblieben und habe nicht wie sonst schlechte Laune bekommen und das Ganze dramatisiert. Versicherung angerufen und alles ist geklärt. Der Tag war bisher wirklich sehr schön.

Sorry wenn ich es so ausdrücke: Ich fühle mich ein bissen wie auf Amphetamin.

Wenn ich mich zu schnell nach vorne beuge, dann wird mit etwas schwindelig und es kommt mir vor, als als ob mein Körper nach der Bewegung noch weiter nach vorne will. Kann ich nur schwer beschreiben...

Deshalb bin ich auch mit der Entscheidung Baclofen im Urlaub zu nehmen zufrieden. Auf Arbeit würde ich wohl doch auffallen...

Da ich aber aus euren Erfahrungen weiß, dass dieses Gefühl wieder verschwinden wird und ich Urlaub habe, genieße ich es einfach und versuche dies nicht zu überbewerten. Meine Frau und ich sind beide überglücklich. Heute ist der 5 Tag der Baclofentherapie und es zeigt Wirkung. Wir Beide wissen das dies grade erst der Anfang ist, dass es wahrscheinlich zu Rückschlägen kommen wird, es zu Rückfällen kommen kann, ich Verhaltensstrategien entwickeln muss, die Farge des "Warum und Wozu", wie Papfl es geschrieben hatte, für mich klären muss und die durch Alkohol verursachten Trampelpfade durch neue ersetzt werden müssen.

Das wichtigste dabei ist aber: Ich habe jetzt Baclofen als Hilfe!

Jetzt ist es 16:38 und ich schreibe hier noch. Ein halbes Glas Wein habe ich getrunken. Vom Gefühl kann ich sagen, es wir wieder bei einem Liter wie auch gestern bleiben. Ein wirklich super Ergebnis für mich vorerst.

Erstes Etappenziel für die nächste Zeit:

    1. Entweder bleibe ich vorerst bei 1 Liter Wein und ich dosiere nach Leitfaden Baclofen nach oben. Bis dadurch der Baclofenspiegel irgendwann höher ist als das Verlangen nach Wein.

    2. Ich muss den Wein runterschrauben und Baclofen weiter nach Leitfaden nach oben dosieren, damit der Baclofenspiegel sich schneller als bei Möglichkeit 1. aufbaut.


Vor Möglichkeit 2. habe ich leider noch etwas Angst. So ganz ohne Alkohol kann ich mir das Ganze noch nicht vorstellen. Der Gedanke ist etwas deprimierend und macht mich traurig. Da habe ich mit Baclofen eine Starke Waffe an der Hand, dennoch ist die Angst ganz auf den Alkohol zu verzichten präsent.

Gruß

Luphan
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Chrissie16 » 22. März 2017, 18:56

Lieber Luphan, das machst Du super!
Mach einfach weiter so und GGG!

LG, Chrissie

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Luphan » 24. März 2017, 16:25

Hallo alle zusammen,

da ich die letzten beiden Tage nicht geschafft habe zu schreiben, fasse ich die Tage hier kurz zusammen.

Vorgestern und gestern war ich wieder mit einem Liter Wein dabei. Dennoch bin ich sehr zufrieden. Wenn ich bedenke, dass ich letzte Woche vor dem Urlaub 2 Liter in 3 Stunden getrunken habe und jetzt 1 Liter auf 4 Stunden, dann ist das definitiv eine Verbesserung für mich.

Heute ist mein vierter Tag mit 5mg, 5 mg, 5 mg und 5 mg. Trotz konservativen Leitfaden werde ich nicht ab den sechsten Tag sondern am fünften Tag, also schon morgen mit der erhöhten Dosierung weitermachen:

Ab morgen mit 10 mg, 5 mg, 5 mg und 10 mg.

Ab den 30.03.17 bin ich wieder auf Arbeit und dann fällt die nächste Dosissteigerung mit 10 mg, 10 mg, 10 mg und 10 mg an. Hoffentlich halten sich die Nebenwirkung dann in Grenzen. Dosissteigerung + Arbeit macht mir etwas Sorgen. Aber da muss ich wohl wie viele andere von euch auch durch!

Hoffentlich kann ich bald den Wein weiter reduzieren.

Gruß

Luphan
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Lucidare » 24. März 2017, 18:16

Hallo Luphan,

Luphan hat geschrieben:Ab den 30.03.17 bin ich wieder auf Arbeit und dann fällt die nächste Dosissteigerung mit 10 mg, 10 mg, 10 mg und 10 mg an. Hoffentlich halten sich die Nebenwirkung dann in Grenzen. Dosissteigerung + Arbeit macht mir etwas Sorgen. Aber da muss ich wohl wie viele andere von euch auch durch!


Das kannst Du doch flexibel gestalten. Wenn Du unsicher bist, steigerst Du eben 10/5/10/10mg. Dann verschiebt sich die Aufdosierung eben um ein paar Tage. Nur eben den Konsum parallel runterfahren. Vielleicht mal einen Schuss Wasser mit Blubber dazu, wenn man es mag.

LG
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Luphan » 27. März 2017, 15:16

Hallo alle zusammen,

eine kleine Zusammenfassung der letzten Tage vom 24.03.17 bis 26.03.17:

    - Bin weiterhin bei einem Liter Wein

Das war die Zusammenfassung, [biggrin] .

Kurze Zusammenfassung aber ich bin weiterhin sehr zufrieden und voller Zuversicht, nach weiterer Steigerung der Dosierung weniger Wein zu trinken. Den Wein jetzt weiter zu senken schaffe ich einfach nicht. Ursachen dafür sind eigentlich im negativen Sinne zu begründen:

    - Angst ganz ohne Alkohol zu sein / Gewohnheit
    - Angst vor Entzugserscheinungen
    - Wissen das Baclofen Hilft

Wie hier schon oft gesagt, Baclofen schlägt einem das Glas nicht aus der Hand. Da Baclofen bei mir Wirkung zeigt, mache ich mir etwas Sorgen, dass dies grade der Grund ist nicht den Wein weiter zu reduzieren, sondern ich habe ja jetzt eine "Krücke" mit der ich es wahrscheinlich jeder Zeit schaffen kann. Nicht das ich mir die Gründe warum ich noch trinke selbst einrede!

Klingt hart für mich und beängstigend, dennoch will ich einfach mit mir selbst ehrlich sein und mich selbst ungelogen / schönredend reflektieren. Vorerst bleibe ich aber auf meinem Weg und warte die nächste Erhöhung ab. Danach werde ich wieder in mich schauen, weitersehen und hier berichten.

Was ich noch an mir beobachte:

    - Wenn ich nachmittags bis abends nichts esse wird mir übel vor Hunger. Kannte ich vorher nicht so.
    - Euphorie seit 9 Tagen noch immer vorhanden
    - Fühle mich immer noch wie "breit" mal mehr mal weniger
    - Wenn ich um 12 Uhr Baclofen einnehme merke ich nach 10 Minuten bereits starke Wirkung. Kann doch eigentlich nicht sein oder? Vielleicht bilde ich mir das nur ein.
    - Meine leicht gerötetes Gesicht ist viel besser geworden
    - Kein flüssiger Stuhl mehr morgens

Würde mich freuen, wenn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat und dazu etwas schreibt.

Gruß

Luphan
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Chinaski » 27. März 2017, 16:51

Hallo Luphan,

Eigentlich gibt's du dir schon selbst eine wichtige Antwort

wahrscheinlich


Wahrscheinlich könnte ich im Lotto gewinnen.
Verstehst du was ich meine?

Du kannst versuchen deinen Wein zu verdünnen...jeden Tag etwas weniger Wein und mehr Wasser o.ä.
So bekommt dein Körper seine Flüssigkeit + Zucker und deine Psyche den Geschmack und ihre Befriedigung.
Gleichzeitig nach Plan weiter aufdosieren.

Auch solltest du versuchen regelmäßig zu essen und nicht warten bis du richtig Hunger hast.
Auch Hunger kann Craving auslösen oder verstärken.
Versuche es einfach mal.

Gruß...
Chinaski

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Luphan » 27. März 2017, 17:27

Chinaski hat geschrieben:Hallo Luphan,

Eigentlich gibt's du dir schon selbst eine wichtige Antwort

wahrscheinlich


Wahrscheinlich könnte ich im Lotto gewinnen.
Verstehst du was ich meine?

Du kannst versuchen deinen Wein zu verdünnen...jeden Tag etwas weniger Wein und mehr Wasser o.ä.
So bekommt dein Körper seine Flüssigkeit + Zucker und deine Psyche den Geschmack und ihre Befriedigung.
Gleichzeitig nach Plan weiter aufdosieren.

Auch solltest du versuchen regelmäßig zu essen und nicht warten bis du richtig Hunger hast.
Auch Hunger kann Craving auslösen oder verstärken.
Versuche es einfach mal.

Gruß...
Chinaski


Danke dir für deine Antwort und ich verstehe genau was du meinst, [biggrin] . Deshalb ja auch meine Sorge vor Selbstbetrug. Aber ich höre in mich rein und bin ehrlich mit mir und meiner Frau. Ich will einfach nichts schönreden. Sonst würde ich meine Bedenken hier auch nicht posten. So soll will ich auch mein Tagebuch führen:

Ehrlich mir gegenüber und ehrlich im Forum.

Den Wein verdünnen oder dazwischen mal ein Glas mit normalen Getränk ist eine sehr gute Idee. Werde ich ausprobieren. Schwieriger wird es bei der Ernährung. Seit ca. 10 Jahren esse ich nur abends und dann auch richtig viel und gut. Nichts mit Frühstück und Mittagessen. Bitte hier keine Kritik an mich, denn ich bin mir der gesundheitlichen Ausmaße sehr bewusst, so bewusst, wie das was ich dann am Abend an ausgewählter Nahrung zu mir nehme. Mit dem Unterschied jetzt, dass nicht alles an Nährstoffen am Morgen durch dünnflüssigen Stuhl wieder entwertet werden.

Meine Beobachtungen und Veränderungen basieren jetzt mit der Einnahme von Baclofen. Es ist jetzt einfach anderes und ich verspüre einen Hunger, den ich vorher nicht kannte und den ich ganz klar Baclofen zuschreiben kann. Es ist auch letztendlich nicht schlimm, denn lieber Hunger verspüren und dafür weniger Alkohol trinken als wieder 2 Liter Wein und alles OK.

Ein gewisser Flüssigkeitsverlust kann ich den fehlenden Liter an Wein zuschreiben. Den Hunger kann ich mir aber nicht erklären, außer Baclofen nimmt Einfluss darauf... .

Baclofen werde ich weiter aufdosieren. Meine jetzige Frage ist dabei, wird es dann weniger als der Liter Wein werden oder muss ich nebenbei den Konsum senken? Habe hier im Forum gelesen, dass 1 Liter Wein + 75 mg Baclofen = Null Wirkung sind.

Warum verspüre ich dann eine Wirkung, bei zur Zeit 30 mg am Tag, wenn die Wirkung bei 75 mg auf Null verpufft bei gleichzeitigen Alkoholkonsum. Mir ist klar das es eine individuelle Wirkung geben kann und wenn sie, wie von mir beschrieben, bei mir so wirkt ist kann ich mich glücklich schätzen.

Wichtige Erkenntnis für mich:

Ich werde viel mehr an mir arbeiten müssen!


Gruß

Luphan
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon laggard » 27. März 2017, 19:54

Hallo Luphan
Luphan hat geschrieben:Wie hier schon oft gesagt, Baclofen schlägt einem das Glas nicht aus der Hand. Da Baclofen bei mir Wirkung zeigt, mache ich mir etwas Sorgen, dass dies grade der Grund ist nicht den Wein weiter zu reduzieren, sondern ich habe ja jetzt eine "Krücke" mit der ich es wahrscheinlich jeder Zeit schaffen kann. Nicht das ich mir die Gründe warum ich noch trinke selbst einrede!


Auch diese Gedanken sind hier nicht fremd
Du musst das Wollen schon Wollen


Luphan hat geschrieben: Den Wein jetzt weiter zu senken schaffe ich einfach nicht. Ursachen dafür sind eigentlich im negativen Sinne zu begründen:

- Angst ganz ohne Alkohol zu sein / Gewohnheit
- Angst vor Entzugserscheinungen
- Wissen das Baclofen Hilft


GGG
Niemand erwartet Wunder von dir

Zur Gewohnheit :Es beginnt mit dem ersten Tag "ohne"
Für dich wahrscheinlich unvorstellbar
Aber er wird kommen [whistle]
Dann noch einer ......

Luphan hat geschrieben:Ich werde viel mehr an mir arbeiten müssen!

Jepp...viel Forum schreiben ,lesen
In dich reinhören ...was tut mir gut,was nicht
Probieren ..

VG

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Lucidare » 28. März 2017, 08:13

Hallo Luphan,

Luphan hat geschrieben:Ein gewisser Flüssigkeitsverlust kann ich den fehlenden Liter an Wein zuschreiben. Den Hunger kann ich mir aber nicht erklären, außer Baclofen nimmt Einfluss darauf... .


Wenn Du jeden Tag 2 ltr. Wein getrunken hast und jetzt nur noch 1 ltr. Wein, fehlen Dir schon einmal rund 800 kcal. Wie bei einer Diat macht sich jetzt der Körper bemerkbar und meldet den Verlust mit einem Hungergefühl. Deswegen ist regelmäßiges Essen eigentlich wichtig. "Hunger" ist ein Trigger, d.h ein Grund zum Trinken. Da ich auch zu der Fraktion gehöre, deren Magen bei Beschäftigung tagsüber zugenagelt ist, kann ich Deine abendliche Hauptmahlzeit sehr gut nachvollziehen. Trotzdem solltest Du Deinem Körper, zumindest für den Übergang, Ersatz anbieten. Die äußerst einfach zu vereinnahmbaren Kalorien vom Alkohol kannst Du tagsüber z.B durch Saft, Müsliriegel, Studentenfutter, Nüsse, Obst oder zuckerhaltige Limo ersetzen. Eine Banane und ein Glas O-Saft bewirken da schon Wunder. Zucker macht auch glücklich, weil die Dopaminausschüttung angeregt wird. Ich empfinde den Schokoriegel, so lange es keine Obsession wird, allemal besser als den Flachmann.

Da Baclofen bei mir Wirkung zeigt, mache ich mir etwas Sorgen, dass dies grade der Grund ist nicht den Wein weiter zu reduzieren, sondern ich habe ja jetzt eine "Krücke" mit der ich es wahrscheinlich jeder Zeit schaffen kann. Nicht das ich mir die Gründe warum ich noch trinke selbst einrede!


Wie @Chinaski schon so trefflich formuliert hat, ist es das "Wahrscheinlich". Wenn Du Dein Alkoholproblem gelöst hast gibt Dir keiner die Garantie, dass es immer wieder funktioniert. [unknown]

Euphorie seit 9 Tagen noch immer vorhanden


Das Du erkannt hast, dass diese Euphorie von dem Medikament erzeugt sein kann, finde ich einfach nur gut. Diese Phase mit ein bisschen Vorsicht zu genießen, hat seine Vorteile. Bei meinem ersten Versuch hat mich das ziemlich unvorbereitet getroffen und im Endeffekt zu einem Rückfall geführt.

Baclofen werde ich weiter aufdosieren. Meine jetzige Frage ist dabei, wird es dann weniger als der Liter Wein werden oder muss ich nebenbei den Konsum senken? Habe hier im Forum gelesen, dass 1 Liter Wein + 75 mg Baclofen = Null Wirkung sind.


Warum verspüre ich dann eine Wirkung, bei zur Zeit 30 mg am Tag, wenn die Wirkung bei 75 mg auf Null verpufft bei gleichzeitigen Alkoholkonsum. Mir ist klar das es eine individuelle Wirkung geben kann und wenn sie, wie von mir beschrieben, bei mir so wirkt ist kann ich mich glücklich schätzen.


Ja, das ist allerdings eine Faustformel. Die Dosis ist für jeden wirklich individuell. Man kann jetzt nicht pauschal sagen, dass Du mehr als 75mg benötigst, um den 1ltr. Wein zu "erschlagen". Oder anders gerechnet, ich trinke 3ltr. Wein und benötige mehr als 225mg/täglich. Das kann ganz schön in's Auge gehen. Deine Spätere Erhaltungsdosis kann durchaus unter den 75mg liegen.

Papfl hat geschrieben:"So viel Bier wie nötig, so wenig wie möglich". Irgendwann kommt dann beides in die Balance, bis die Waage schließlich zugunsten von Baclofen kippt. Das ist dann der Moment, an dem das Medikament erstmalig seine volle Wirkung entfalten kann und man sich an das Austüfteln der individuellen persönlichen Erhaltungsdosis machen kann.


Nur mal angenommen, Du würdest Deine Trinkmenge von einem Liter täglich um 0,05 ltr reduzieren, dann wärst Du in 21 Tagen auf Null. [mocking]

Ich werde viel mehr an mir arbeiten müssen!


Es finden bei der Metamorphose vom Trinken zum Nichtrinken einige körperliche und seelische Prozesse statt, die nicht immer positiv empfunden werden. Schlußendlich gehören Sie aber teilweise dazu und sollten m.M.n als "gute" Zeichen gewertet werden. Wie z.B. das Hungergefühl, dass nicht mit einem Drang zum Trinken verbunden ist.

Ich hatte an anderer Stelle mal geschrieben:

Und gib' Dir bitte selbst die Zeit, die notwendig ist. Wenn Du z.B. 10 Jahre zuviel getrunken hast, sind das 520 Wochen. Davon 8 Wochen sind nach Adam Riese und Eva Zwerg = 1,538%. Ich denke mal, ein paar Prozent mehr kannst Du Dir locker zugestehen.


Wenn Du derzeit einige Nebenwirkungen, wie das "Breitsein"um die Mittagszeit als zu unangehm empfindest, hast Du doch die Möglichkeit zu verharren und abzuwarten, bis die Nebenwirkungen verschwunden sind. Sicher hast Du das Ziel, bis zum Ende des Urlaubs möglichst viel zu bewegen aber eben auch mit GGG. Jeder z.B. psychisch Kranke der Medikamente nehmen muss, kennt das Prozedere des "Einschwemmens". Man nimmt nicht gleich die Zieldosis sondern fängt auch klein an, um dem Körper an die Substanz zu gewöhnen. Auch hier hat man die Freiheit so aufzudosieren, dass die Nebenwirkungen minimiert werden.

Für Dich weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

LG
In Memorien...

Wer aus meinen Texten nicht herauslesen kann, dass ich aus persönlicher Erfahrung schreibe, wird mich sowieso missverstehen. Ronja von Rönne

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Luphan » 30. März 2017, 17:15

Hallo alle zusammen,

vielen Dank für die langen und ausführlichen Antworten, doppd .

Werde dieses WE darauf antworten und weiter mein Tagebuch schreiben.

Gruß

Luphan
"Es ist einfach Feeling pur, ich will die negativen Gedanken vertreiben, wie Schmutz um es als Vergleich von mir wegstreichen. Muss die Stimme dämpfen, diesen Text beenden und euch bitten nicht nach jedem Satz Kritik an mich persönlich zu wenden."

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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Luphan » 2. April 2017, 15:29

Hallo alle zusammen,

Lucidare hat geschrieben:Wenn Du jeden Tag 2 ltr. Wein getrunken hast und jetzt nur noch 1 ltr. Wein, fehlen Dir schon einmal rund 800 kcal. Wie bei einer Diat macht sich jetzt der Körper bemerkbar und meldet den Verlust mit einem Hungergefühl. Deswegen ist regelmäßiges Essen eigentlich wichtig. "Hunger" ist ein Trigger, d.h ein Grund zum Trinken. Da ich auch zu der Fraktion gehöre, deren Magen bei Beschäftigung tagsüber zugenagelt ist, kann ich Deine abendliche Hauptmahlzeit sehr gut nachvollziehen. Trotzdem solltest Du Deinem Körper, zumindest für den Übergang, Ersatz anbieten. Die äußerst einfach zu vereinnahmbaren Kalorien vom Alkohol kannst Du tagsüber z.B durch Saft, Müsliriegel, Studentenfutter, Nüsse, Obst oder zuckerhaltige Limo ersetzen. Eine Banane und ein Glas O-Saft bewirken da schon Wunder. Zucker macht auch glücklich, weil die Dopaminausschüttung angeregt wird. Ich empfinde den Schokoriegel, so lange es keine Obsession wird, allemal besser als den Flachmann.


Ab nächste Woche haben meine Frau und ich einen neuen Essensplan aufgestellt. Wir werden uns wieder nach Low Carb ernähren und es werden auch über den Tag Kalorien zugeführt. In den letzten Tagen habe ich einfach mehr auf mein Hungergefühl geachtet und unerträglich wird er gegen 19 Uhr. Der Hunger ist dann so stark, dass mir davon fast übel wird. Um 12 Uhr und 16 Uhr etwas Obst und Orangensaft bewirken da tatsächlich Wunder und gegen 19 Uhr ist das Hungergefühl nicht mehr so ausgeprägt.

Danke Lucidare für deine Tipps.

Papfl hat geschrieben:"So viel Bier wie nötig, so wenig wie möglich". Irgendwann kommt dann beides in die Balance, bis die Waage schließlich zugunsten von Baclofen kippt. Das ist dann der Moment, an dem das Medikament erstmalig seine volle Wirkung entfalten kann und man sich an das Austüfteln der individuellen persönlichen Erhaltungsdosis machen kann.


Genau das ist mein Ziel.

Lucidare hat geschrieben:Und gib' Dir bitte selbst die Zeit, die notwendig ist. Wenn Du z.B. 10 Jahre zuviel getrunken hast, sind das 520 Wochen. Davon 8 Wochen sind nach Adam Riese und Eva Zwerg = 1,538%. Ich denke mal, ein paar Prozent mehr kannst Du Dir locker zugestehen.


Ja, muss mir meine alles muss "schnell" gehen Mentalität abgewöhnen und deine Berechnung trifft's genau. Heute ist mein 15. Tag mit Baclofen und ich erwarte schon wieder viel zu viel!

Zusammenfassung der letzten Tage:

Bin seit gestern bei 40 mg am Tag und habe kaum Nebenwirkungen bis auf:

    - leichte Magenkrämpfe nach Baclofeneinnahme
    - Völlegefühl nach dem Essen
    - Starken nächtlichen Durst
    - Nur noch leicht "breit"

Donnerstag und Freitag auf der Arbeit gingen sehr gut. Meine Sorge, jemand könnte etwas merken, hat sich nicht erfüllt. Das hat mich auf jeden Fall sehr gestärkt. Weiter ist es wirklich sehr schön, dass ich nach Feierabend meine Unabhängigkeit zurück habe!

Meine Frau, meine Mutter, mein Stiefvater und ich waren Freitag nach Feierabend in einem Kaffee und ich hatte keinerlei Craving. Das war ein wirklich sehr schönes Gefühl. Wäre früher nie passiert, denn um diese Uhrzeit hätte ich wegen Craving nie zu einem Treffen um diese Uhrzeit zugestimmt. Ihr könnt sicherlich nachvollziehen wie stolz ich war und wie toll diese Erfahrung für mich ist.

Damit ist ein großer Wunsch für mich in Erfüllung gegangen. Ich kann jetzt bestimmen ab wann ich anfange Alkohol zu trinken. Ich kann den Zeitpunkt weit nach hinten schieben!

Bleibt das Gefühl der Entspanntheit eigentlich immer? Bei Multipler Sklerose wird BAclofen ja auch grade dafür eingesetzt. Könnte mich an dieses Gefühl wirklich gewöhnen, da ich eigentlich ein sehr hektischer und von innen aufgewühlter Mensch bin.

Trinkmenge ist zur Zeit immer noch gleich:

    - 1 Liter Wein von circa 17 Uhr - 20 Uhr

Damit kann ich aber gut Leben, denn die positiven Effekte überwiegen zur Zeit deutlich. Ab Donnerstag kommt dann die nächste Steigerung auf 50 mg und an dem Tag habe ich auch mein treffen mit meinem verschreibenden Arzt. Freue mich richtig ihn zu sehen und von der Wirkung von Baclofen zu berichten.

Trotzdem plagt mich zur Zeit Ungewissheit. Lucidare hat sie in einem anderen Thread gut auf den Punkt gebracht:

Lucidare hat geschrieben:Ja, Alkohol antagonisiert die Wirkung von Baclofen. Hebt Sie also auf. Der Plan ist, Baclofen laut Dosierungstabelle einzuschleichen und gleichzeitig den Alkohol auszuschleichen. Nicht der Plan ist, die Alkoholmenge gleichbleibend zu lassen oder zu erhöhen und gleichzeitig die Dosis in das Unendliche zu steigern. Wenn man nach Plan vorgeht, "gewinnt" Baclofen dann die Oberhand und kann seine Wirkung entfalten. Obwohl ich Zweilfel hege, dass diese Taktik bei z.B. 2-3 Flaschen Wodka am Tag aufgeht.


Seit dem ich Baclofen einnehme, hat sich meine Trinkmenge von 2 Litern Wein auf einen Liter gesenkt und noch weniger schaffe ich zur Zeit noch nicht. Das "noch nicht" und die Ursachen dafür machen mir wie bereits in einem anderen Post beschrieben Angst. Wenn es bei einem Liter bleibt und ich Baclofen weiterhin nach oben steigere, verpasse ich dann eventuell den Punkt, an dem es zu Gunsten von Baclofen kippen würde? Nicht das ich dann über meine tatsächliche Erhaltungsdosis dosiere, die normalerweise viel geringer wäre, wenn ich eben den Alkohol bei der Einnahme gleichzeitig senken würde!

Was wäre denn, wenn ich bereits jetzt mit 40 mg schon kein Craving mehr habe? Aber aus Angst / Gewohnheit den Alkohol nicht lassen kann?

Habe eigentlich gedacht, ich erhöhe Baclofen und trinke dann weniger da das Craving verschwindet. Habe mich bis heute noch nicht wirklich gefragt, ob das Craving nicht bereits weg ist. Wenn dem so ist, warum habe ich dann Angst die Probe zu wagen und den Alkohol für einen Tag wegzulassen!

Bei diesem Gedanken überfällt mich grade wirklich die Panik. Angst das es doch nichts wird da ich zu süchtig bin...


Wünsche euch allen noch einen erholsamen Sonntag

Luphan
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Re: => Luphan und sein Weg mit Baclofen <=

Beitragvon Chinaski » 2. April 2017, 18:31

Hallo Luphan,

. Bleibt das Gefühl der Entspanntheit eigentlich immer?


Im Prinzip schon nur das es sich irgendwann normal anfühlt.
Du bemerkst es einfach nicht mehr.

. Nicht das ich dann über meine tatsächliche Erhaltungsdosis dosiere, die normalerweise viel geringer wäre, wenn ich eben den Alkohol bei der Einnahme gleichzeitig senken würde!


Ich bin ein Befürworter einer hochdosierten Baclofen Therapie.
Dort merkst du beim hochdosieren auch nicht wann der Punkt der Erhaltungsdosis erreicht ist.
Diesen findet man erst beim abdosieren.
Ich finde bei dieser Therapie Form findet man leichter seine Erhaltungsdosis da man an das Medikament gewöhnt ist und besser spürt ab welcher Dosierung das Craving wieder einsetzt.

. Wenn dem so ist, warum habe ich dann Angst die Probe zu wagen und den Alkohol für einen Tag wegzulassen!


Das ist die Angst einen guten Begleiter zu verlieren. Es ist ja auch nicht alles schlecht mit seinem Kumpel obwohl er genau betrachtet ein Arschloch ist.
Ein Schmeichler und Lügner!
Du musst den Kumpel im geiste raus schmeißen.

Viel Geduld und alles gute...
Chinaski


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