Extrem starke Nebenwirkungen

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Klausmartin
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Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon Klausmartin » 10. September 2016, 13:07

Hallo
Ich hab das Dosisschema von euch benutzt.
Also ich hab hier totalen Absturz hingelegt, ich war bei 30 mg und war am zweiten Tag mit 30mg total neben der Spur, Quasseldrang ohne Ende, totale Müdigkeit mit 3 Stunden Komamittagschlaf, konnte danach auch nicht zu einer Party gehen, da ich kein Auto fahren konnte.
Außerdem war ich matschig in der Birne, konnte mich kaum konzentrieren, Wortfindungsstörungen und hab Optik geschoben, wie auf Drogen.
Am dritten Tag hab ich das nicht mehr ausgehalten , hatte zum Glück frei. Hab dann nur 10 mg genommen und mich total besoffen. Schon um 9.00 morgens! Das hab ich noch NIE gemacht. Noch NIE!!
Ich wollte einfach das Gefühl loswerden!!
Um 17.00 hab ich dann eine Schlaftablette genommen und hab mich ausgepennt.
Ich muss dazu sagen das ich früher Drogen genommen habe, fast ausschließlich Cannabis immer mit Bier. Ich kann es nicht haben wenn ich ein Gefühl bekomme von Medikamenten, das wie eine Droge wirkt.
Ich leide auch unter Depressionen und musste ALLE Antidepressiva absetzen, da ich entweder gar nicht zur Wirkung kam, weil die NWs so stark waren oder die Wirkung zwar kam, aber die NWs blieben. Ich schätze ich hab so ca. 14 ! Medikamente probiert.
Und ich hab teilweise Minidosen genommen. 1/8 Tablette. Mein Arzt wollte es gar nicht glauben.
Ich hab gestern noch was getrunken, 3 Bier. Ich hab heute mit 5mg angefangen und werde heute Abend 10 mg nehmen , kein Alkohol.
Und jetzt fallen mir schon wieder die Augen zu, es ist 11.30 von 5!! mg.
Hat das auch jemand hier , diese totale Müdigkeit und Passivität von so geringen Mengen?
Ich muss mich jetzt schon wieder aufraffen um einzukaufen. Bin wie festgeschraubt auf dem Sofa. Mittwoch ist der Arzttermin, mal gucken was er dazu sagt.
Ich hab im Netz ein Bericht gefunden von einem " Kollegen" der nur abends 12,5 mg nimmt, weil er tagsüber so müde wird.
Ich hab gerade hier im Forum gestöbert, hab noch ein Posting einer Frau gefunden, die nur abends 20 mg nimmt.
Gibt's noch mehr Leute die abends sehr wenig Bac nehmen und damit Erfolg haben?
UPDATE
Jetzt ist 13.45 und bin bis jetzt nicht vom Sofa hochgekommen und hab tief und fest ne gute Stunde geschlafen. Muss jetzt gleich was machen, sonst ist der Tag im A...

LG

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jivaro
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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon jivaro » 10. September 2016, 14:23

Lieber Klausmartin,

es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass Menschen nur sehr geringe Dosen von Baclofen vertragen. Bitte starte Deinen neuen Versuch mit maximal 2x 2,5mg - berichte uns, wie es Dir damit geht. Dosissteigerung erst nach 1-2 Wochen. Heute abend auf keinen Fall mehr als 2,5mg! und nur, wenn die Müdigkeit komlett verschwunden ist.
Es ist nicht sooo selten, dass Patienten mit Dosen zwischen 10 und 20mg richtig eingestellt sind. Daher auch die Empfehlung: start low - go slow!

Ich berichte von einem Patienten, der seit Jahrzehneten starker Alkoholiker war, in den letzten Jahren alle 3-4 Monate in der Entgiftung landete nach mindestens 1-2wöchigem "Totalabsturz". Jetzt ist er seit über 1 Jahr "trocken", Baclofendosis: 2,5-0-2,5mg. Bei höherer Dosierung Depressionen und Lidödeme. Ich habe keine vernünftige Erklärung. Aber psychosomatisch oder placebotechnisch ist das nicht.

Bei einem Patienten musste die Baclofentherapie abgesetzt werden da er bei Erreichen der effektiven Dosis einfach stark verwirrt wurde (durchschnitt 6 x die Schnur des Rasenmähers, ect.); es war ziemlich enttäuschend für ihn und er hat einige Versuche (OHNE Rücksprache mit mir!!!) unternommen, bevor klar wurde, dass er das Medikament nicht verträgt. Das habe ich bislang aber nur in einem Fall gesehen.

In Deinem Fall ist es wichtig mit dem Arzt Kontakt aufzunehmen. Da Du bei allen Medikamenten starke unerwünschte Wirkungen hast ist es wahrscheinlich, dass Du eben eine bestimmte genetische Variante der "Verstoffwechselung" hast, die auf verschiedenste Substanzen "reagiert" (hoffe Praxx steinigt mich nicht wegen der sehr vereinfachten Darstellung).
Dass Du Bier und Cannabis gut vertragen hast ist schon erstaunlich!

Danke für Dein Vertrauen, es ist wichtig, dass Menschen auch ihre unerwünschten Wirkungen berichten!

LG jivaro

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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon Klausmartin » 10. September 2016, 14:57

Danke jivaro.
Auf so eine niedrige Dosis wäre ich nicht gekommen 2,5 mg.
Aber ich werd das mal versuchen.
Scheint es doch zu geben, das es Menschen gibt die sehr wenig brauchen.
Vielen Dank

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jivaro
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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon jivaro » 10. September 2016, 15:14

Viel Erfolg, wir bleiben in Verbindung! [schritte]

LG jivaro

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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon Klausmartin » 11. September 2016, 08:19

Moin Jivaro
Ich hab gestern Abend 2,5 mg genommen. Ehrlich gesagt, hab ich mir gedacht , egal nimm doch einfach 5 mg.
Aber dein Beispiel von einem schweren Alkoholiker der 2,5 mg morgens und abends nimmt und damit Wirkung erzielt hat, hat mich überzeugt.
Um 19.00 hab ich dann 2,5 mg genommen.
Dann kam das Übliche , nach 20 Minuten starkes Schwitzen, hatte ich vergessen, beim letzten Mal anzugeben , dann diese Müdigkeit , lies alles nach 2-3 Stunden nach, die Müdigkeit blieb, aber deutlicher weniger, ist ja auch klar, waren ja auch nur 2,5 mg.
Bin dann um kurz nach 22.00 ins Bett gegangen. Das ist früh für mich.
Dann bin ich nachts wach geworden, unruhiger Schlaf, irgendwie aufgedreht, hatte ich schon öfter von Baclofen.
Heute Morgen aufgestanden, ein bisschen müder als sonst, ein klein wenig dösig im Kopf.
Ich lass die Morgendosis erst mal weg, ich hab keine Lust das mir der ganze Tag versaut wird durch diese Müdigkeit und Dösigkeit
Ich hab eh immer nur abends getrunken. Vielleicht bin ich auch einer der nur abends was nehmen mus.
Was ich beim letzten Mal noch vergessen habe, ich hatte irgendwie keinen Geschmack mehr bei 30 mg, mir schmeckte nichts, das war gestern weg. Und Baclofen macht leichten Durchfall bei mir, das war heute morgen leicht zu merken. Und manchmal habe ich Magenschmerzen, das hatte ich gestern Nacht auch.
Aber die Wirkung auf die es ankommt, Unlust auf Alkohol, die war zu spüren.
Und natürlich nichts getrunken gestern
Und jetzt mal abwarten und, wenn nötig, langsam steigern.
Mittwoch ist der Arzttermin
LG und danke :vgn

UPDATE
Es ist jetzt 12.00 mittags. Und mir geht's gut. Aber die ( sehr leichte) Lethargie von Baclofen merk ich schon , ich muss mich echt zwingen jetzt zum Sport zu gehen. Aber alles im grünen Bereich.

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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon jivaro » 11. September 2016, 14:41

Lieber KM,

ich kann Deine UAWs wirklich nicht einorden, vielleicht gehörst Du -leider- zu den 15-(20??)% der Menschen, bei denen Baclofen "nicht wirkt", bzw. einfach nicht vertragen wird.
Es gibt die Möglichkeit einer Genanalyse (beginnend mit evtl: CYP2C19, CYP2D6 -es gibt einen grosse Reihe von Enzymdefekten -) um zu verstehen, warum auch die ganzen Psychopharmaka so merkwürdig wirkten... ist aber extrem teuer und Du hast ja eigentlich schon alle Substanzgruppen leidvoll "selbst getestet" und wieder verwerfen müssen.

Habe bei Deinen Schilderungen mit "aufgedreht" an das mögliche Vorliegen eines ADHS (Aufmerksamkeits/Hyperaktivitätssyndrom) gedacht, viele Medikamente wirken hier "paradox"; da Baclofen aber überwiegend diese schwere Müdigkeit bei Dir produziert ( also die "Normale Reaktion") habe ich den Gedanken wieder verworfen.

Nur eine abendliche Einnahme (oder gegen Nachmittag - je nach Auftreten des Cravingzeitpunktes) von Baclofen ist eine Option die man eigentlich erst nach Gewöhnen des Körpers (mit mehreren Einnahmen pro Tag) an Baclofen empfiehlt, kannst Du aber versuchen. Dass Beschwerden wie Durchfall oder Magenschmerzen noch immer da sind spricht für eine zu hohe Dosis für Dich, ebenso dass der Geschmack bei 30mg "weg" ist. Die UAWs müssten sich in wenigen Tagen komplett zurückbilden.

So, ich beende meinen Gedankenausflug - vielleicht klappt es ja mit SEHR wenig Baclofen doch noch. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen ein GUTE Besserung und bin gespannt, was Dein Arzt sagt.

Lieben Gruss

jivaro

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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon Klausmartin » 11. September 2016, 17:03

He jivaro
Ich hab kein ADHS, aber Depressionen.
2 Antidepressiva hab ich vertragen, bis nach einem halben Jahr plötzlich wieder NWs auftraten.
Das waren Tiaeurax und Lamotrigin.
Doxepin hab ich mal 3 Monate genommen, die Depris waren weg. Aber auch alle anderen Gefühle, ich saß wie auf Drogen in der Ecke und hab 10 Kilo zugenommen.
Das war keine Alternative.
Nachdem ich Baclofen deutlich runterdosiert hatte, ließen jetzt schon die NWs nach. Es blieb nur die Müdigkeit. Und Agitiertheit steht sogar im Beipackzettel.
Abwarten, was jetzt passiert.
Aber bis jetzt war es immer so, das ich solche Medikamente sehr klein dosieren musste.
Mal ne Frage, du berichtetet von zwei Patienten, bist du medizinisch tätig und behandelst du Leute mit Baclofen?
LG

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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon pretender2003 » 15. Juni 2017, 12:19

Das ist jetzt vielleicht etwas spät, da der Thread-Starter anscheinend nicht mehr aktiv ist.

Auch ich beobachte nach Beginn der Baclofen-Einnahme NWs, die es in sich haben. Es könnte natürlich auch daran liegen, dass ich Oxazepam abgesetzt habe. Aber mal zur Sache: ich habe 25mg Tabletten Baclofen verschrieben bekommen, die 'Zieldosierung' wurde bei 75mg anvisiert mit dem ärztlichen Hinweis, dass dies einigen schon deutlich zu viel wäre. Die ersten zwei Tage habe ich 25mg/Tag genommen, dann auf 37,5mg/Tag erhöht. Die Nebenwirkungen sind zeitweise extreme Müdigkeit, wobei es mir nicht gelingt, kurzfristig einzuschlafen. Hinzukommt stark ausgeprägt ein Gefühl, als hätte ich mir eine ordentliche Portion Amphetamine (also MDA bzw MDMA) eingeschmissen, wobei diese Erfahrungen mindestens 12 Jahre zurückliegen. Angenehm ist das Gefühl nicht gerade und es weckt Assoziationen, dass man THC rauchen bzw. Unmengen an Alkohol trinken könnte, um wieder 'runter' zu kommen.Ich kann mich da zum Glück zurückhalten und werde die Dosis Baclofen erstmal auf ein Minimum reduzieren. Interessant finde ich, dass die beschriebene NW nach einer durchgeschlafenen Nacht immer noch da ist [meise]. Ich hoffe mal, dass diese NW bald nachlässt, ansonsten kann ich mir eine längerfristige Einnahme von Baclofen schwer vorstellen.

:-!? Peter

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DonQuixote
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Re: Extrem starke Nebenwirkungen

Beitragvon DonQuixote » 15. Juni 2017, 21:54

Hallo Peter

Ich weiß, dass Dein Arzt, den ich Dir empfohlen hatte, bei der Dosierungsempfehlung sehr – ich sag mal – forsch vorgeht. In vielen Fällen funktioniert das sehr gut, in vielen Fällen aber auch nicht so gut, und es kommt dann zu den von Dir genannten Nebenwirkungen, sprich extremer Müdigkeit und gleichzeitigem Gefühl „wie auf Speed“ zu sein. Sei also vorsichtig mit der Dosierung, reduziere sie, wenn es Dir zu viel wird und gehe es vielleicht etwas langsamer, z.B. gemäß unserer Empfehlung an. Du wirst Dich so oder so hoffentlich rasch an das Medikament gewöhnen, und die Nebenwirkungen werden bald nachlassen oder ganz verschwinden. So geschieht das jedenfalls in den allermeisten Fällen.

DonQuixote


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