Die ersten Tage ... mal wieder

Es wird eigentlich erwartet, dass sich Mitglieder vorstellen und ihre Lebensumstände schildern, damit die anderen in Etwa wissen, mit wem sie es zu tun haben und ihm dann auch besser helfen können.
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Gartenwoelfin
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Die ersten Tage ... mal wieder

Beitragvon Gartenwoelfin » 19. September 2013, 14:24

Guten Tag,

im wiederholten Anlauf versuche ich, nüchtern zu bleiben, dies Mal für mehr als ein paar Tage, und erhoffe mir von Baclofen viel.

Wie aber habt ihr die ersten Tage bis dahin geschafft? Zu wissen, dass es dann vielleicht vorbei ist mit dem kontinuierlichen mehr oder weniger präsenten Trinkwunsch? Womit habt ihr die Tage überbrückt?

Ich freu mich auf Ratschläge und berichte dann auch gerne weiter - wenns denn mal da ist.

Mit besten Grüßen,
Maria
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Loki
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Re: Die ersten Tage ... mal wieder

Beitragvon Loki » 20. September 2013, 13:46

Hallöchen [hi_bye]
Nicht, dass Du denkst, Du wärst allein hier im Forum: [blus]
guckst Du: ---> Mein Erfahrungsbericht

Gartenwoelfin hat geschrieben:im wiederholten Anlauf versuche ich, nüchtern zu bleiben, dies Mal für mehr als ein paar Tage, und erhoffe mir von Baclofen viel.


Das ist doch schon mal eine gute Idee. Dass es (Baclofen) für mehr als »nur ein paar Tage« hilfreich ist, kann ich bestätigen. Davon Wunder zu erwarten, ist jedoch unrealistisch.
Bekommst Du Baclofen von Deinem Hausarzt, oder von wem?

Auch wenn ich Baclofen nun nicht mehr regelmäßig nehme, sondern eigentlich bloß noch als »Einschlafhilfe«, hat es mir zu Beginn sehr, sehr geholfen. Die erwünschte Wirkung war vom ersten Tag an vorhanden.
Wahrscheinlich wirst Du Dich wundern, weshalb ich es nun nicht mehr regelmäßig nehme. Das hat Gründe, die ich jetzt nicht genau (jedenfalls hier nicht) ausführen möchte. Was ich aber auf jeden Fall immer empfehlen kann: Nimm es! Es hilft.

Gartenwoelfin hat geschrieben:Wie aber habt ihr die ersten Tage bis dahin geschafft? Zu wissen, dass es dann vielleicht vorbei ist mit dem kontinuierlichen mehr oder weniger präsenten Trinkwunsch? Womit habt ihr die Tage überbrückt?


Auch wenn das mehrere Leute hier anders sehen: Die ersten Tage sind immer am leichtesten!
Hat man einmal damit begonnen, geht es sich mit der Baclofen-Krücke an der Hand ganz leicht. Und schwupps sind schon wieder ein paar Tage vergangen, ohne Alkohol.
Danach solltest Du Dich beobachten. Was das Baclofen mit Dir macht (die Nebenwirkungen können echt nervig sein). Was Du auf einmal ohne Alkohol machst. Wie Du denkst, es weitergehen könnte.

Nun aber nicht auf die faule Haut legen, sondern etwas tun. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es hilfreich ist, sich eine Betätigung zu suchen. Etwas, was man mindestens einmal in der Woche sich vornimmt. (Also nicht nur vornehmen, sonder auch ausführen.) Bei mir ist das im Moment ein Ehrenamt, wo ich regelmäßig hingehe. Das ist mir wichtig, weil ich sonst kaum Kontakt zu anderen Leuten habe.

Bei anderen Leuten, die eh schon beruflich und privat gestresst sind, könnte es so etwas sein, was sie zur Ruhe kommen lässt. Also vielleicht ein Hobby ausüben, einen Film gucken, ein Buch lesen. Wichtig in diesem Fall ist wohl, dass man sich wirklich die Zeit nimmt, um zur Ruhe zu kommen.

Finde heraus, was Dir wichtig ist.
Bleib dran. [good]

LG
Heutzutage ist es ziemlich hart, ein Irrer im mittleren Alter zu sein.
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Re: Die ersten Tage ... mal wieder

Beitragvon Gartenwoelfin » 20. September 2013, 19:44

Guten Abend,

vielen Dank für die guten Wünsche.

Nee, Wunder erwarte ich ja auch gar nicht. Das sollte man bei den meisten Medikamenten auch sonst ja lieber lassen.

Noch bekomme ich gar kein Baclofen, trinke aber (trotzdem) (fast) nichts. Mittwoch habe ich einen Termin, eigentlich würde ich mir gerne parallel dazu selbst welches bestellen, für den Fall, dass ich keines verschrieben bekomme, bin jetzt aber im ersten diesbezüglichen Anlauf an den Komplikationen Ausland/Zahlung im Netz etc. gescheitert und hatte gestern und heute erstmal beruflichen Ärger zu bewältigen, vor Montag passiert also eh nichts.

Ich würde vermuten, irgendwann braucht man das Baclofen zumindest subjektiv weniger, wenn man sich dauerhaft daran gewöhnt hat, eher ohne als mit Alkohol zu leben? Ich werd deine Erfahrungsberichte nachher noch lesen, wenn ich Feierabend hab, vielleicht hatte ich sie auch schon - ich hab hier die letzten Tage so querbeet gelesen, dass ich nicht sicher bin, wessen Berichte ich schon kenne ;-(

Naja, ich brauch eindeutig eher Ruhe als Betätigung. Fürs Wochenende hab ich zumindest erstmal Ablenkung, mein Lebensgefährte zieht um -

Schöne Grüße,
Maria
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Re: Die ersten Tage ... mal wieder

Beitragvon Gartenwoelfin » 28. September 2013, 21:39

Lieber Loki,

danke für deine Berichte, die ich inzwischen alle gelesen habe.

Aber wie schafft man die ersten Tage, wenn man schon nicht (mehr) will? Ich schaffe jetzt gerade den Absprung nicht so, wie ich wollte.
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Re: Die ersten Tage ... mal wieder

Beitragvon Gartenwoelfin » 28. September 2013, 21:39

Lieber Loki,

danke für deine Berichte, die ich inzwischen alle gelesen habe.

Aber wie schafft man die ersten Tage, wenn man schon nicht (mehr) will? Ich schaffe jetzt gerade den Absprung nicht so, wie ich wollte.
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Re: Die ersten Tage ... mal wieder

Beitragvon Loki » 10. Oktober 2013, 15:58

Hallöchen [hi_bye]
Tut mir leid, dass ich jetzt erst antworte, aber ich lese hier nicht mehr täglich mit.

Gartenwoelfin hat geschrieben:... Aber wie schafft man die ersten Tage, wenn man schon nicht (mehr) will? Ich schaffe jetzt gerade den Absprung nicht so, wie ich wollte.


Da weiß ich nun nicht genau was Du mit »schon nicht (mehr) will« meinst.
Nicht mehr trinken, oder nicht mehr damit aufhören?

Für mich waren die ersten Tage und Wochen ganz leicht. Wird wohl am Baclofen gelegen haben und dessen (für mich) einschläfernder Wirkung. (Ich hatte und habe ziemliche Schlafprobleme. Drei, vier Tage ohne Schlaf sind bei mir keine Seltenheit und das ist wirklich ätzend!) Da kam ich gar nicht erst auf »dumme Gedanken«. Auch das Bewusstsein, nun endlich lange liegen gebliebene Sachen in Angriff nehmen zu können, hat mir in den ersten Wochen sehr geholfen. Vor lauter Nachhol-Wut kam ich gar nicht dazu, ans Trinken zu denken.
Nach einiger Zeit ließ aber die Wirkung nach und ich genehmigte mir hin und wieder ein paar Bierchen. Das fand ich aber gar nicht schlimm, da ich ja jederzeit mit dem Bac wieder anfangen konnte.
(soll heißen, wenn ich Alkohol trinke, nehme ich keine Medikamente. So war ursprünglich mein Plan, aber mein Arzt meinte, ich sollte sie trotz Alkoholkonsum weiter nehmen. Was ich dann mal gemacht habe, dann wieder nicht, dann doch wieder ...)

Mittlerweile ist es so, dass ich Baclofen auch immer mal vergesse. Von Regelmäßigkeit keine Spur mehr. Aber wenn ich nach drei Tagen Schlaflosigkeit oder so wieder drauf komme, dass bac doch hilfreich sein könnte, nehme ich wieder eine normale Dosis und verschlafe daraufhin einen wichtigen Termin (peinlich, peinlich [blus] ).

Wie man sehen kann, ist Baclofen für mich zur Zeit mehr Einschlafhilfe statt Nichttrinkhilfe. Mein Alkoholkonsum ist trotzdem drastisch zurückgegangen. Von 8 Bier täglich auf 4-6 Bier 2 bis 3 mal im Monat. Dann zwar jedes Mal alle 4-6 am Stück (je nachdem wie viel ich gerade gekauft hatte), doch dann immer wieder viele Tage ohne Alkohol.

Mit diesem Zustand bin ich erst mal zufrieden.
Ich habe damit begonnen, diverse Online-Kurse zu absolvieren, um mir eventuelle Berufschancen zu verbessern. Da habe ich täglich einen Plan, was ich unbedingt erledigen muss.
(Beispiele:
schriftlich Dividieren: einfach mal gucken, ob ich es noch kann -> konnte ich natürlich nicht, dem Taschenrechner sei's geklagt [cool]
äähm... Bruchrechnung: ??? -> da scheiterte ich schon an der ersten Grundschul-Aufgabe [sad]
BWL-Grundkurs: läuft prächtig an :wink:
ach so, da wäre noch MS-Office -> Das komplette Paket: deprimierend, was ich alles schon wieder vergessen habe)

Das sind jetzt Dinge, für die ich mich entschieden habe. Du wirst vielleicht andere Sachen priorisieren, da bin ich mir sicher.

Ich wollte nur mal damit gesagt haben, dass es verschiedene Wege gibt, mit dem Alkoholproblem umzugehen. Wichtig ist sicherlich, zu erkennen, was das Leben mit Alkohol mit einem macht. Oder: was es ohne Alkohol mit einem macht.

Für mich sind die exzessiven Alkohol-Tage vorbei. Doch genehmige ich mir ab und zu ein, zwei Tage mit Alkohol.
Bei mir ist das Frust-Trinken: »Verdammt noch mal! Ich will gar nicht am Monatsanfang schon wissen, dass ich eigentlich pleite bin!«
Oder eben: »Huch! Schon wieder nix getrunken. Super! Jetzt aber ran und eine neue Lektion lernen (online-kurse) und hinterher ein Häkchen machen.«

...

Wenn ich mir das jetzt so angucke, glaube ich, dass ich Dich mehr irritiert habe mit meinem Text, anstatt zu beraten. [cool] Weiß ich jetzt nicht genau.

LG
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Re: Die ersten Tage ... mal wieder

Beitragvon pretender2003 » 14. Juni 2017, 23:39

Hallo Gartenwölfin!

Ich habe am Anfang Oxazepam verschrieben bekommen, ein Beruhigungs- und Schlafmittel, dass ich etwa 10 Tage in sinkender Dosis genommen habe (anfangs max. 120mg) bevor ich zu Baclofen übergeglitten bin, ehrlich gesagt gleite ich noch. Hat bei mir bis jetzt ganz gut funktioniert, bin seit Tag 2 der Einnahme von Oxazepam nüchtern. Ich muss dazu vielleicht sagen, dass ich nicht Hardcore getrunken habe und körperlich keine Probleme beim Entzug hatte.
By the way, Oxazepam macht nach einer gewissen Zeit auch abhängig, muss definitiv vom Arzt verschrieben werden, eine spürbare Wirkung ist mir nicht aufgefallen aber es hat geholfen.

LG Peter


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