Durchschlafstörungen

Alle wichtigen Infos sind hier versammelt. Ausgangspunkt für alle, die sich über die Grundlagen der Baclofen-Therapie gegen die Alkoholabhängigkeit informieren möchten.
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Per Asien
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Durchschlafstörungen

Beitragvon Per Asien » 25. April 2017, 15:40

Hallo an alle,

ich habe vor ein paar Wochen mit Baclofen begonnen und habe von Anfang an positive Veränderungen bemerkt. Mein Alkoholkonsum hat sich ganz deutlich reduziert, 4-5 Tage in der Woche trinke ich gar nichts und an den anderen Abenden sind 4 kleine Bier schon viel. Das sah vor dem Baclofen doch deutlich anders aus. Allerdings gibt es nun ein neues Problem: Und zwar kann ich seit einer guten Woche nachts nicht durchschlafen. Ich wache nach 4, spätestens 5 Stunden auf und an Wiedereinschlafen ist dann auch nicht mehr zu denken. Langsam macht mich das echt fertig tagsüber, ich kann mich nicht mehr konzentrieren bei der Arbeit, ständig schweifen die Gedanken ab, wirklich unschön ... Hat jemand eine Idee / einen Rat?

Meine Baclofen - Dosierung ist im Moment: Nach dem Wachwerden in ca.3 - Stunden-Abständen 5 x 5 mg, direkt vorm ins Bett steigen nochmal 5mg, also 30 mg Tagesdosis. Die verteilte Dosierung hat sich so ergeben, weil ich mehrfach versucht habe, von 3 x 5 Mg auf 2 x 5, 1 x 10 mg und dann 1 x 5, 2x 10 mg zu erhöhen, also nach dem Plan vorzugehen. Aber sobald ich mittags 10 Mg nehmen, bin ich vollkommen platt und schwindlig. Das scheine ich tagsüber einfach nicht zu vertragen. Abends geht es, aber auch nur, wenn ich zuhause bin und mich aufs Sofa legen kann. Ich habe es einmal drei Tage durchgehalten auch mittags 10 mg zu nehmen, und habe dann nur Schindel und Depressionen bekommen. Gut, aber das ist ein anderes Problem. Bzw. das ist erstmal kein Problem für mich, denn mit dem 5 x 5 mg + 5 mg vor der Heia geht's mir an sich prima. Aber der geringe Schlaf wird jetzt langsam wirklich zum Problem.

Kurzfassung: Baclofen, an sich super, aber jetzt Durchschlafstörungen. Hat jemand einen Rat?

Danke & Grüße, der Per

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andi
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Re: Durchschlafstörungen

Beitragvon andi » 25. April 2017, 20:44

Hallo Per,

erst mal schön das Baclofen bei dir Wirkung zeigt. Müdigkeit und Durchschlaffschwierigkeit sind leider die Nebenwirkungen vom Medikament.

Probieren kannst vor dem Schlafen mit Baldrian.

lg und viel Erfolg

andi

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DonQuixote
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Re: Durchschlafstörungen

Beitragvon DonQuixote » 25. April 2017, 22:17

Hallo Per

Erst mal schön zu hören, dass Baclofen bei Dir schon mal ein gerüttelt Maß an gewünschter Wirkung zeigt, wenn auch die Dosierung noch nicht so hoch ist. Aber bei Dir kann das ja unter Umständen schon ausreichen.

Bekannt (und berüchtigt) ist bei hoher Sensibilität gegenüber dem Wirkstoff Baclofen oder bei Überdosierung, d.h. zu schneller Aufdosierung, die Nebenwirkung „Einschlafstörung (resp. Schlaflosigkeit)“, welche sich manchmal sogar in einer Hyperaktivität ausdrücken kann.

Mit der Verteilung der täglichen Dosis ( 5 x 5 mg) machst Du erst mal sehr viel richtig. Je häufiger (und kleiner) die jeweilige Einzeldosis ist, umso besser.

Nun zum Deinem eigentlichen Problem, der Durchschlafstörung: Bitte bedenke, dass durch den Wegfall des Alkohols so einiges in Physis und Psyche durcheinander geraten kann, und dass man nicht immer alles auf Baclofen abschieben darf. Und fünf Stunden Schlaf, sofern kein Alkohol im Spiel ist, sind doch eigentlich gar nicht soo schlecht, also mir genügt das eigentlich. Gewöhne Dich an das Medikament, gewöhne Dich an die neue Lebenssituation ohne Alkohol, Dein Schlafbedürfnis regelt sich normalerweise von selbst ein.

Ich tät‘ einfach mal noch etwas zuwarten, und beobachten, was passiert. Nach „gut einer Woche“ mit diesen Durchschlafstörungen kann man jetzt noch nicht so viel sagen. Im Zweifelsfall die Dosis wieder etwas reduzieren, und schauen, wie Körper und Psyche reagieren

DonQuixote

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Per Asien
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Re: Durchschlafstörungen

Beitragvon Per Asien » 1. Mai 2017, 06:32

Hallo, vielen Dank für Eure Antworten. Leider kommt mein Dank jetzt etwas verspätet. Meine Schlafproblem ist immer noch nicht besser, aber da ich im Moment nicht mehr vor einer heiklen beruflichen Aufgabe stehe, bedrückt es mich weniger. Ja, DonQuixote, Einschlafstörungen habe ich tatsächlich überhaupt nicht, und unter Baclofen schlafe ich eher noch schneller ein. Das Problem sind die Durchschlafstörungen. Gestern habe ich nach allzu frühem Aufwachen ein Anti-Histamin zu mir genommen und konnte dann nach ca. einer Stunde wieder schlafen. Aber das ist auch keine Lösung, denn das Anti-Histamin hinterlässt bei mir lange Tagesmüdigkeit. Dann bin ich versucht, ein Erkältungsmedikament für den Tag zu nehmen, das wach macht - Ihr seht, typische Suchtlogik. Ich habe mir jetzt vorgenommen, erstmal nichts mehr weiter zu mir zu nehmen und auch nicht wieder ein Anti-Histamin zu nehmen. Das Problem ist nur, dass mir 5 Stunden tatsächlich nicht reichen. Ich fühle mich schon nach zwei Nächten gerädert und danach geht's auf die Psyche. Mal schauen. Zumindest habe ich in den nächsten Wochen deutlich weniger Stress. Und dass das mit dem Alkohol gut läuft, ist schon mal prima.


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