Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Alle wichtigen Infos sind hier versammelt. Ausgangspunkt für alle, die sich über die Grundlagen der Baclofen-Therapie gegen die Alkoholabhängigkeit informieren möchten.
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DonQuixote
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Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 29. Mai 2012, 23:22

Hallo Alle

Heute gibt’s wieder einmal ein reichhaltiges und schmackhaftes Menu aus der exquisiten französischen Baclofen-Küche. Es handelt sich um ein Papier, welches von französischen Ärzten / Therapeuten verfasst wurde, die die Baclofen-Therapie gegen Alkoholismus in Frankreich anwenden. Es fasst die Erfahrungen und Empfehlungen zusammen, die die Autoren bei der Behandlung von über 1500 (!) Patienten gewonnen haben. Es richtet sich in erster Linie an andere Ärzte / Therapeuten, kann aber auch für uns von großem Nutzen oder bei der Überzeugungsarbeit gegenüber Eurem eigenen Arzt / Therapeuten behilflich sein. Die Text-Hervorhebungen entsprechen dem französischen Original, welches hier zu finden ist. Die deutsche PDF-Version gibt es hier ... Ich wünsche viel Erkenntnis bei der Lektüre.

Französische Ärzte hat geschrieben:
Leitfaden für Mediziner zur Anwendung von Baclofen bei der Behandlung von Alkoholproblemen

Autoren: Pascal Gache, Renaud de Beaurepaire, Philippe Jaury, Bernard Joussaume, Annie Rapp und Patrick de la Selle

Version 2

Einleitung: Wie soll dieser Leitfaden verstanden werden?

Dieser Leitfaden bezweckt, Ihnen bei der Baclofen-Behandlung von Alkoholproblemen behilflich zu sein. Zum heutigen Zeitpunkt gibt es keine standardisierte Vorgehensweise bei der Anwendung dieses Medikamentes gegen Alkoholsucht. Die Empfehlungen für die ursprünglichen Anwendungsgebiete (Neurologie) schlagen eine Erhöhung um 15 mg / Tag alle drei Tage vor. Dabei wird vorausgesetzt, die angemessene Dosis für den Einzelfall zu berücksichtigen. Die nachstehenden Vorschläge beruhen auf den Erfahrungen der Autoren, die sie empirisch und im Laufe der Zeit bei der Behandlung von über 1500 Patienten mit dem Medikament nach dem Prinzip von Olivier Ameisen (1) (2) gewonnen haben. Verschiedentlich werden Sie feststellen, dass es keinen absoluten Konsens gibt und dass die einzelnen Ärzte / Therapeuten eine etwas abweichende Vorgehensweise bei der Behandlung bevorzugen. Diese Frage kann zurzeit nicht endgültig geklärt werden.

Drei relevante Fachartikel, mit denen die Autoren dieses Leifadens ihre Resultate abgeglichen haben, erlauben, sich bei der Anwendung an den dort beschriebenen Resultaten zu orientieren (3) (4) (5). Es existieren auch Fachartikel, welche über Einzelfälle oder kleine Serien berichten (6) (7) (8). Diese Empfehlungen sollen Ihnen bei der Verschreibung von Baclofen helfen, damit Sie wie wir selbst feststellen können, dass diese Therapieform, verglichen mit den anderen, überlegen ist.

1. Ameisens Postulat der Anwendung von Baclofen in hoher Dosierung.

Alkoholismus ist eine neurobiologische Krankheit, die Symptome treten als Krankheitsbild zu Tage. Die Unterdrückung der Symptome (z.B. Kontrollverlust über den Konsum) unterdrückt auch die Krankheit selbst. Baclofen, welches als bisher einziges Molekül bei Ratten eine Reduktion des Trinkens bewiesen hat, wird auch angewandt bei Menschen ähnliche Resultate hervorrufen (2). Wir laden Sie ein, das Buch von Olivier Ameisen zu lesen um sich mit der Wirkung von Baclofen vertraut zu machen.

2. Wen und wann mit Baclofen behandeln? Als Erstbehandlung? Wenn alle anderen Therapieformen scheiterten?

Das letzte Kommunikee der französischen Alkohologischen Gesellschaft besagt, dass Baclofen eine therapeutische Option sein könnte, nachdem alle anderen, sorgfältig durchgeführten Therapieformen gescheitert sind (9). Das ist das, was bei Olivier Ameisen der Fall war, bevor er in einer Art verzweifeltem Energieschub den Selbstversuch mit 270 mg Baclofen unternahm. Seit 2006, als die ersten derartigen Therapien begannen, wurden sie meistens mit Patienten durchgeführt, die schon Vieles versucht hatten, aber nie dauerhaft von Ihrem Alkoholproblem befreit wurden. Indes begannen mit dem Medienecho immer mehr therapeutisch gesehen „frische“ Patienten nach der Behandlung zu fragen. Soll man dieser Nachfrage stattgeben? Ohne Zweifel wird es infolge (und je nach Resultat) kleinerer Untersuchungsreihen, laufenden kontrollierten Studien und Erfahrungen von Ärzten / Therapeuten ein Ansteigen der Therapie-Zahlen geben. Einige unter uns wenden Baclofen als Erst-Therapie an, Andere machen es vom bisherigen Scheiteren übriger Therapieformen abhängig. Da es keine offizielle Gegenüberstellung von Baclofen- und anderen Therapieformen gegen Alkoholabhängigkeit gibt, ist es schwierig, diese Frage formell zu beantworten. Hier nun einige Elemente die Ihre Therapie weiter beleuchten könnten:

  • Wie ist die Vorgeschichte des Patienten mit Alkohol?
  • Wie empfindet der Patient selbst die Auswirkungen seinen Alkoholkonsum? Als sehr schlimm? Minimal?
  • Hat der Patient bereits nichtmedikamentöse Behandlungen (z.B. Kuren) hinter sich? Welche? Wie lange? Wie oft? Mit welchem Resultat?
  • Hat der Patient schon Medikamente zur Behandlung seiner Alkoholprobleme genommen? Welche? Mit welchem Resultat?
  • Fragt der Patient selber nach Baclofen? Was weiß er über das Medikament? Was erwartet er? Weiß er, dass die Behandlung experimentell ist und keine behördlich Zulassung bei Alkoholproblemen besitzt?
  • Ist oder war der Patient wegen psychischen Problemen in Behandlung: Depressionen, Angstzustände, Bipolare Störungen? Persönlichkeitsstörungen? Nimmt er Psychopharmaka? Welche? Seit wann? Mit welchem Ergebnis?
  • Hat der Patient zurzeit maßgebliche medizinische Probleme oder gab es entsprechende Vorerkrankungen: Epilepsie, Herz- Leber- Nierenprobleme, Magen- oder andere Geschwüre? (Franz: „ulcère gastrique ou ulcère évolutif“)
  • Welches sind sein persönliches Lebensumstände? Soziales Netz? Familiäre Unterstützung? Berufliches Umfeld?
Wenn Sie alle diese Parameter in Rechnung stellen, werden Sie entscheiden können, ob eine Therapie mit hoher Baclofendosierung in Frage kommt. Wissen müssen sie auch, dass Konterindikation vor allem bei schweren Nierenproblemen und bei nichtstabilisiert Epilepsie besteht. Wichtige Elemente die dafür sprechen sind vor allem die Alkohol-Vorgeschichte mit Entzugsversuchen und deren Scheitern sowie die Motivation die der Patient Baclofen entgegenbringt.

3. Welche wichtigen Informationen müssen Sie einem Patienten mitgeben, wenn Sie ihm Baclofen verschreiben?


  1. Die Behandlung bezweckt, Sie gleichgültig gegenüber Alkohol zu machen, d.h. die ständigen Gedanken an ihn zum Verschwinden zu bringen. Der Gedanke an Alkohol wird zunehmend ein Gedanke sein wie jeder andere auch und wird nicht mehr Ihr Dasein bestimmen. Das Endziel ist, Sie von der Lust zu trinken zu befreien. Strikte und lebenslange Abstinenz ist nicht mehr das erklärte Ziel.
  2. Baclofen ist ein „altes“ Medikament welches seit mehr als 40 Jahren bei Muskelspannung (Spastizität) der Muskulatur, bedingt durch deren Inaktivität, z.B. bei gelähmten Personen angewendet wird. Darum weiß man auch über dessen Nebenwirkungen und Pharmakologie sehr gut Bescheid. Es gibt auch einige Arbeiten über die Verwendung hoher Dosierungen (10) (11) sowie möglicher Interaktionen mit Alkohol (12). Man weiß also, worauf man sich mit dem Medikament einlässt.
  3. Die Dosis die Sie benötigen um diese Gleichgültigkeit gegenüber Alkohol zu erreichen ist nicht standardisiert und wird, abhängig von der Wirkung des Medikamentes und Ihren Empfindungen, Schritt für Schritt im Laufe der Therapie gesucht. Sie werden selbst spüren, welches die für Sie optimale Dosis ist. Die Höhe dieser Dosis und die dabei auftretenden Nebenwirkungen können bei Therapie-Beginn nicht vorhergesagt werden.
  4. Die Dosis, welche Sie benötigen werden, können markant über denjenigen liegen, welche normalerweise für dieses Medikament verschrieben werden, und schwanken zwischen 0,5 und 4 mg (manchmal sogar mehr) pro Tag und Kg Köpergewicht. Für eine Person mit 70 Kg entspricht dies 30 bis 280 mg pro Tag.
  5. Sie müssen die Dosis langsam erhöhen um unerwünschte Nebenwirkungen gering zu halten die nämlich dann auftreten, wenn Sie die Dosis zu schnell erhöhen. Um die wirksame Dosis zu erreichen, werden durchschnittlich sechs bis zwölf Wochen benötigt.
  6. Die unerwünschten Nebenwirkungen kennt man sehr gut, aber sie treten nicht automatisch bei Jedermann auf. Sie können überhaupt keine unerwünschten Nebenwirkungen verspüren oder gleich mehrere davon, in unterschiedlicher Stärke. Ihr zeitlicher Verlauf ist unterschiedlich, jedoch mit der Tendenz, sich mit der Zeit zu verringern. Auf alle Fälle gehen sie zurück oder verschwinden ganz, wenn Sie die Dosis verringern oder unter Umständen sogar die Medikamenteneinnahme ganz einstellen.
  7. Die Dauer der Behandlung hängt von Ihrem eigenen Empfinden ab. Einige Patient stellen die Medikamenteneinnahme ein und haben keine Alkoholprobleme mehr, aber die meisten müssen die Behandlung fortsetzen weil sie sonst Rückfälle erleiden.
  8. Im Allgemeinen verharren Sie mehrere Wochen oder Monate auf der Maximaldosis, erst danach werden Sie die Dosis verringern und Ihre Erhaltungsdosis finden können. Es fehlen Erfahrungswerte, um das präziser angeben zu können.
4. Wie sollten Sie Baclofen verschreiben?

Beginn der Behandlung.

Es besteht dahingehend Einigkeit, die Dosis langsam zu erhöhen. Im Allgemeinen beginnt man mit ungefähr 15 mg, drei bis vier Tage später geht man auf 30 mg. Danach erhöht man um 10 mg alle drei bis fünf Tage bis zur therapeutisch wirksamen Dosis, welche von Patient zu Patient unterschiedlich und nicht vorhersehbar ist. Einige behandelnde Ärzte / Therapeuten hinterfragen auch die Abhängigkeit von Dosis und Gewicht der Patienten. Die meisten Ärzte / Therapeuten empfehlen, die Dosis auch dann nicht schneller zu erhöhen, wenn das Medikament gut verträglich ist. Andere bevorzugen eine schnellere Dosiserhöhungen von 20 mg alle drei bis vier Tage in den ersten zwei, manchmal vier Wochen, danach verlangsamen sie die Erhöhung auf 10 mg alle drei bis vier Tage oder 20 mg pro Woche.

Wenn die unerwünschten Nebenwirkungen zu groß werden, wird empfohlen, zunächst auf dieser Dosis zu bleiben. Dann ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder die unerwünschten Nebenwirkungen lassen nach / verschwinden und man fährt mit der Dosiserhöhungen fort, oder sie lassen nicht nach / verschwinden nicht. Dann ist es geboten, zu der Dosis zurückzukehren, bei der es diese Art von Problemen nicht gab. Sollte dies noch nicht die therapeutisch wirksame Dosis sein, kann man nach ein oder zwei Wochen einen weiteren Versuch der Dosiserhöhungen unternehmen.

Einige behandelnde Ärzte / Therapeuten legen bei gewissen Dosis-Stufen eine längere Pause ein: 30 mg, 60 mg, 100 mg, 150 mg …

Untersuchungen haben gezeigt, dass die durchschnittliche Dosis bei etwa 150 mg pro Tag liegt und zwischen 30 mg und 400 mg pro Tag schwankt. Es liegt im Ermessen des Arztes / Therapeuten und desjenigen des Patienten (subjektives Empfinden), die richtige Dosis zu finden. Nach den ersten zwei Wochen muss die Behandlung, in Abhängigkeit von der Reaktion des Patienten, immer individuell gestaltet werden.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es nicht notwendig ist, dass der Patient bei Beginn der Baclofen-Therapie abstinent ist. Diese Frage kann mit dem Patienten erörtert werden und deren Beantwortung hängt vom Allgemeinzustand und vom erwarteten Nutzen einer solchen Abstinenz ab. Bei vorausgehender Abstinenz ist es vorteilhaft, den Patienten auf ein erhöhtes Epilepsie-Risiko (?) (Franz: „le baclofène abaisse le seuil épileptogène“) hinzuweisen (Anm. DQ: Warum eigentlich nur bei vorausgehender Abstinenz?). Es kann auch vom Patienten verlangt werden, sich aus freien Stücken um die Verringerung seines Alkoholkonsums zu bemühen, bis sich die „Gleichgültigkeit“ einstellt. Das bestärkt ihn in seinem Gefühl, aktiv bei der Therapie mitwirken zu können: Er sucht nicht mehr nach Trinkgelegenheiten im sozialen Umfeld, wird sich seiner Gewohnheiten und Rituale im Zusammenhang mit Alkohol bewusst und befreit sich davon, außerdem sucht er andere Möglichkeiten der Bewältigung von Alltags-Stress.

Weiterführung der Behandlung.

Wenn man die erwünschte, gut tolerierte Dosis erreicht hat, wird empfohlen, sie zwei bis drei Monate beizubehalten (manchmal mehr, manchmal weniger). Danach wird man sich bemühen, die kleinste noch wirksame Dosis zu finden. Es gibt kein gesichertes Schema für diese Dosisverringerung. Eine Art, diese kleinste noch wirksame Dosis zu finden, ist die Dosisverringerung bis zur Rückkehr von Trinkgelüsten. Danach erhöht man die Dosis wieder um eine Stufe. Die Dosisverringerung kann langsam erfolgen (10 mg pro Woche) oder in größeren Schritten (zurück auf zwei Drittel der Dosis) und dortiges Verharren während einem oder zwei Monaten. Die Erhaltungsdosis liegt oft zwischen einem Drittel und der Hälfte der Maximaldosis.

Lebenslanges Fortführen der Behandlung?

Baclofen wird bei Alkoholabhängigkeit noch nicht lange genug angewandt, um hier eine belastbare Aussage machen zu können. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass es für einige Personen möglich war, die Medikamenteneinnahme nach einigen Monaten oder Jahren einzustellen, aber es handelt sich dabei um eine Minderheit. Für die anderen heißt es abwarten.

5. Welches sind die unerwünschten Nebenwirkung (UNW) und wie kann man ihnen entgegentreten?

Die UNW sind zahlreich und deren Auftreten im Laufe der Behandlung, außer Schläfrigkeit, der häufigsten UNW, unvorhersehbar. Die nachstehende Aufzählung ist nicht abschließend, sie entspricht der bei Behandlung angetroffenen UNW, ebenso die Art und Weise ihnen zu begegnen.

Die fortschreitende Behandlung favorisiert das Auftreten vieler dieser UNW. Sie haben den Vorteil, sich bei Reduzierung der Dosis zu verringern oder zu verschwinden. Letzteres geschieht in jedem Fall bei Einstellung der Behandlung.

Erstaunlich und bemerkenswert ist der Umstand, dass viele Patienten die Behandlung trotz hohen und beeinträchtigenden UNW fortsetzen.

Die häufigsten:

  • Schläfrigkeit: Die meistverbreitete und am meisten zu erwartende UNW. Die Patienten beschreiben ein plötzliches, unwiderstehliches Bedürfnis, zu schlafen, mehr als nur eine allgemeine Schläfrigkeit. Diese UNW tritt im Allgemeinen schon in den ersten Tagen der Behandlung auf. Sie tendiert dazu, sich im Lauf der Zeit zu bessern, ist aber manchmal sehr störend, vor allem bei Personen die einer Arbeit nachgehen. Es wird häufig berichtet, dass sie nach dem Mittagessen am schlimmsten sei. Um dies zu vermeiden, sind einige Patienten dazu übergegangen, ihr Medikament erst nach dem Mittagessen einzunehmen. Man muss auch Autofahrer gewissenhaft darauf hinweisen, ihr Fahrzeug, besonders bei Behandlungsbeginn, nicht zu benutzen.
  • Müdigkeit / Erschöpfung: (Franz: „fatigue“) Eine weitere UNW, von der immer wieder berichtet wird. Sie tritt in ihrem Zeitlichen Verlauf ähnlich wie die Schläfrigkeit auf. Die Patienten berichten manchmal von „Müdigkeit / Erschöpfung “, von „Schläfrigkeit“ oder von beidem zusammen. Einige Patienten beklagen sich manchmal über eigentlichen Muskelkater, besonders in den Armen und Beinen.
  • Schwindel: Die Patienten berichten von unterschiedlicher Intensität und beschreiben sie als unangenehme Wahrnehmungen während derer sie Angst haben zu stürzen. Aus der Sicht der medizinische Semiologie handelt es sich um scheinbare Schwindel (Franz: faux vertiges). Diese Schwindelphänomene treten häufig morgens auf und lassen im Laufe des Tages nach. Wenn sie zu hinderlich werden, muss die Dosierung vorübergehend oder dauerhaft reduziert werden.
  • Kopfschmerzen: Sie treten vor allem morgens auf und lassen während des Tages nach. Man kann sie sehr gut mit den üblichen Medikamenten behandeln. Kopfschmerzen verflüchtigen sich normalerweise im weiteren Verlauf der Behandlung.
  • Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsprobleme: Es ist schwierig, diese Beschwerden eindeutig dem Medikament zuzuordnen, vor allem zu Beginn der Behandlung und insbesondere wenn die Patienten mit dem Trinken aufhören. Nichtsdestotrotz sind die Nennungen vor allem diejenige der „Übelkeit“ zahlreich, wenn auch nur vorübergehend.
  • Schlafstörungen: In der Tat ein widersprüchliches Bild: Die Patienten berichten über Tagesmüdigkeit einerseits und Schlafstörungen andererseits. Ein Schlafmittel ist dann erforderlich, wenn das Schlafdefizit zu groß wird. Solche Schlafstörungen können auch von psychomotorischen Störungen unterschiedlicher Intensität begleitet sein (auch Sprachstörungen), die von Angehörigen als unangenehm empfunden werden. Diese UNW ergeben sich nicht immer mit der Zeit. Manchmal treten auch äußerst realistische und erschreckend wirkende Träume oder Albträume auf, die sich destabilisierend auswirken können.
Die weniger häufigen:

  • Zittern: In der Regel leichtes Zittern der Hände. Es bildet sich im Laufe der Behandlung nur leicht zurück.
  • Diplopie: ( Doppelbild-Sehstörungen). Bedingt durch die muskelentspannende Eigenschaft von Baclofen. Kann bei fortgeschrittener Behandlungsdauer auftreten.
  • Schmerzhafte Parästhesie in den Gliedern: (Aus Wikipedia: „Parästhesie ist eine Empfindung im Versorgungsgebiet eines Hautnervs ohne erkennbare adäquate physikalische Reize. Sie wird von den Betroffenen meist als Kribbeln, „Ameisenlaufen“, Pelzigkeit, Prickeln, Jucken, Schwellungsgefühl und Kälte- oder Wärmeempfindung beschrieben“) Sie tritt meist nachts auf, kann sehr hinderlich sein und die Weiterführung der Therapie ernsthaft in Frage stellen. Die Patienten berichten von einem Druck- (Franz: „serrement“) ja sogar Erdrückungsgefühl (Franz: écrasement) der Glieder. Sie vergehen oft nicht und erfordern meistens eine vorübergehende oder dauerhafte Verringerung der Dosis.
  • Apnoe: Kurze nächtliche Atemaussetzer während des Schlafes. Es sollte abgeklärt werden, ob Baclofen eine bestehendes Schlafapnoe-Syndrom zu Tage treten ließ oder dessen Ursache ist.
  • Manische oder Hypomanische Zustände: Ohne Zweifel selten, aber dennoch besorgniserregend. Sie manifestieren sich durch verringertes Schlafbedürfnis, nächtliche Aktivität, rasendes Gedankenkreisen (Franz: „tachypsychie“), enthemmtes Verhalten (Franz: „désinhibition comportementale“), übermäßigen Redefluss (Franz: „logorrhée) und allgemein konfuses Verhalten. Diese Zustände können auch bei Patienten auftreten, welche keine entsprechenden Vorerkrankungen hatten (z.B. Bipolare Störung). In einer solchen Situation muss die Therapie heruntergefahren oder ganz eingestellt werden. Die Verschreibung eines Beruhigungsmittels oder besser eines Medikamentes zur Stimmungsstabilisierung (z.B. Valproinsäure) kann manchmal bis zum Verschwinden der Symptome helfen.
  • Schwere Zustände von Verwirrung: Diese können ansteigend oder urplötzlich auftreten. Durch seine verstörende Wirkung beunruhig es das soziale Umfeld des Patienten während sich dieser seiner Lage nicht immer bewusst ist. In einer solchen Situation muss die Therapie heruntergefahren, ganz eingestellt und sogar die Einweisung in eine Klinik in Erwägung gezogen werden. Das Einstellen der Baclofen-Therapie führt immer zum Verschwinden dieses Syndroms.
  • Depressionen: Sie können durch unterschwellige Depressionen hervorgerufen werden, welche bisher durch den Alkoholkonsum kompensiert wurden oder sie können das Resultat einer plötzlichen und schmerzhaften Bewusstwerdung des physischen, psychischen und sozialen Niedergangs sein.
  • Andere unerwünschte Nebenwirkungen: Einige Patienten verspürten schmerzendes Zahnfleisch, Artikulationsschwierigkeiten, Formen des Tinitus, Brustdruck, Ödeme an den äußeren Extremitäten oder auch Probleme mit dem Urinieren.
  • Orgasmus-Probleme: Diese unerwünschte Nebenwirkung scheint häufig aufzutreten, wird in den dieser Arbeit zugrunde liegenden Listen jedoch nicht immer aufgeführt. Zukünftige Studien sollten sich dem widmen und die Häufigkeit des Auftretens ermitteln.
6. Reicht Baclofen alleine? Müssen auch andere, gleichzeitige angewendete Therapieformen in Erwägung gezogen werden?

Baclofen zielt darauf ab, das Trinkverlangen (Craving) zu unterdrücken und die Patienten von ihrer Alkoholsucht zu befreien. Olivier Ameisen, der sich vor Baclofen einer großen Zahl anderer Behandlungen unterzog und tausende Sitzungen der Anonymen Alkoholiker besuchte, hat in seinem Buch („Das Ende meiner Sucht“) sehr deutlich beschrieben, dass ihm Baclofen ermöglichte, all das umzusetzen, was er in den Verhaltenstherapeutischen Behandlungen und in den Selbsthilfegruppen erlernt hatte. Baclofen gab ihm den Freiraum, sein Leben zu reflektieren und neu auszurichten. Er konnte dies nun mit den erlernten Strategien tun, was zuvor wegen des allgegenwärtigen Trinkverlangens (Craving) nicht ging.

Viele unter uns waren von der speziellen Art der Patientengespräche (Baclofen mit hoher Dosierung) ziemlich überrascht. Oft, am Anfang jedenfalls, sind das Gespräche, bei denen es nur um das Medikament als solches geht, um unerwünschte Nebenwirkungen (UNW), Dosierungsfragen, Variationen des Trinkverlangens (Craving). Wenn dann die erwünschte therapeutisch wirksame Dosis erreicht ist, zum Preis von geringfügigen UNW, verbleiben immer noch zahlreiche Probleme. Insbesondere Probleme im psychosozialen Bereich. Baclofen, und sei es noch so wirksam, heilt nicht die Einsamkeit, den Lebensschmerz, Beziehungsprobleme oder Arbeitslosigkeit. Aber es erlaubt eine gewisse Distanz um der Realität des Alltags zu begegnen. Dazu gehört auch die Konfrontation mit Verlusten und Beschädigungen. In dieser Situation ist es äußerst wichtig, die Patienten auf ihrem Weg in die psychosoziale Wiedereingliederung weiter zu begleiten, ihren psychischen Zustand zu stabilisieren, sie zu ermutigen und ihnen beim Kampf aus der Isolation und zu neuer Lebensfreude zu helfen. Um all dies zu erreichen, ist ein multidisziplinärer Ansatz erforderlich.

In den Fällen von Angststörungen, Depressionen, Bipolarem- oder Borderline-Syndrom, wo Alkoholismus nur eines der Symptome ist, muss die diesbezügliche, angemessene psychiatrische Behandlung weitergeführt werden. Die Verträglichkeit von Baclofen mit den üblichen Psychopharmaka (Benzodiazepine, Schlafmittel, SSRI, Neuroleptika) ist gut.

Psychotherapeutische Arbeiten, verhaltenstherapeutisch induziert oder nicht, genauso wie die Teilnahme an Sitzungen von Selbsthilfegruppen bleiben eine wertvolle Hilfe. Wobei es bei den letzteren Problematisch ist, falls der Patient den Weg der totalen Abstinenz nicht gewählt hat. All das muss noch gesucht und gefunden werden. Der durch Baclofen in hoher Dosierung mögliche Paradigmenwechsel bei der Behandlung des Alkoholismus muss ein gesamtheitliches Überdenken der therapeutischen Möglichkeiten nach sich ziehen.

Der Nutzen von Baclofen liegt in den neue Möglichkeiten die der Patient jetzt hat, die Möglichkeit sein Leben zu überdenken und es neu zu gestalten.

Wie bei jeder Überwindung von Sucht gibt es depressive Momente, ja auch Depression. Der Patient sieht jetzt sich und seine eigene Realität im Spiegel, die sich vorher hinter dem Alkohol verbarg. Ihn bei diesem ganz persönlichen Neubeginn zu begleiten ist Teil des therapeutischen Projekts.

Auch im persönlichen Umfeld des Patienten muss ein Umdenken stattfinden: Weg vom ganzen Arsenal an Druckmitteln des Abstinenzgedankens und hin zu einer Logik der Verringerung des Konsums. Einige Ärzte / Therapeuten erachten es als nützlich, auch mit dem persönlichen Umfeld des Patienten (Familie, Freunde) regelmäßig zu sprechen um ihnen diesen Wechsel zu erklären und zu erleichtern.

7. Was riskieren Sie wenn Sie Baclofen verschreiben? Anwendung ohne Marktzulassung (Frankreich).

Die Verwendung von Medikamenten außerhalb ihres eigentlichen Verwendungsbereiches ist in vielen medizinischen Disziplinen weit verbreitet (Allgemeinmedizin, Pädiatrie, Psychiatrie, …). Es kam häufig vor, dass ein Medikament in einem anderen Bereich als ursprünglich vorgesehen völlig unerwartete Wirkungen zeigte (Aspirin -> Kardiologie, Carbamazepin -> Stimmungsstabilisierung, Antidepressiva -> Behandlung chronischer Schmerzen etc.).

Der Gesetzgeber hat das entsprechend berücksichtigt und die Rahmenbedingungen dafür geschaffen (13) (14). Die Verschreibung außerhalb der eigentlichen Marktzulassung ist unter folgenden Bedingungen gestattet:

  • Wissenschaftlich erhobene Daten müssen die Verschreibung rechtfertigen.
  • Es muss ein therapeutisches Interesse verbleiben, nachdem andere, sorgfältig durchgeführte Therapien scheiterten.
  • Der Patient muss umfassend über die Vorteile und Risiken der Therapie aufgeklärt werden.
  • Es muss eine eindeutige schriftliche Zustimmungserklärung des Patienten geben die letzterer im vollen Bewusstsein der Tragweite der Behandlung abgibt.
  • Es muss eine angemessene medizinische Begleitung stattfinden.
  • Der Patient trägt die Kosten der Behandlung selbst.
Unter diesen Bedingungen ist eine Behandlung außerhalb der Marktzulassung legitimiert und auch ethisch gerechtfertigt. Sie trägt allerdings wegen gravierender Nebenwirkungen immer noch ein gewisses Risiko in sich. Angenommen zum Beispiel ein schläfriger Patient verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug und verursacht dabei einen Unfall mit Todesfolge.

Zustimmungserklärung zur Behandlung mit Baclofen.

  • Ich, der Unterzeichnende, bestätige, von Dr. ………………………………………. umfassend über die Therapie meiner Alkoholprobleme mit Baclofen in hoher Dosierung informiert worden zu sein.
  • Ich weiß, dass diese Behandlung keine offizielle Zulassung der zuständigen Behörden besitzt. Ich wünsche diese Behandlung trotz möglicher unerwünschter Nebenwirkungen, weil ich bisher keine wirksame Therapie für meine Alkoholprobleme gefunden habe.
  • Ich habe die hauptsächlichen unerwünschten Nebenwirkungen zur Kenntnis genommen und verstanden: Schläfrigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen. In seltenen Fällen können schwere Zustände von Verwirrung auftreten. Dr. ………………………………………. hat mich informiert, dass dann vorübergehend keine Dosiserhöhungen mehr stattfinden oder vielleicht die Therapie ganz abgebrochen wird.
  • Um ihn in die Lage zu versetzen, besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Medikamenteneinnahme anzuordnen, habe ich Dr. ………………………………………. umfassend und wahrheitsgetreu über meine medikamentöse Vorgeschichte informiert.
  • Ich habe zur Kenntnis genommen, dass es beim Absetzen des Medikamentes zu Entzugserscheinungen kommen kann und dass dieses Absetzen deshalb langsam, nicht abrupt und nach den Anweisungen von Dr. ………………………………………. erfolgen muss.
  • Ich verpflichte mich, keine Fahrzeuge oder gefährliche Maschinen zu führen, für eine Dauer, die mindestens dem Zeitraum der Dosiserhöhungen entspricht und diese Art von Aktivitäten erst nach Rücksprache mit Dr. ………………………………………. wiederaufzunehmen.
  • Ich verpflichte mich, mich genauestens an die Anweisungen von Dr. ………………………………………. zu halten und diesen stets über Schwierigkeiten und Probleme im Laufe der Behandlung zu informieren.
  • Sollte ich wegen der Therapie in Schwierigkeiten geraten, werde ich meine Angehörigen nachdrücklich darum bitten, keine rechtlichen Schritte gegen Dr. ………………………………………. einzuleiten. (Über diesen Punk herrscht bei den Autoren dieses Leitfadens keine Einigkeit)
  • Ich hatte genügend Zeit, meine Entscheidung für oder gegen diese Therapie zu treffen.
Name: Datum/Ort: Unterschrift und Einverständnis:

Medikamentierungs-Plan:

Hier folgt im Leitfaden in tabellarischer Form ein Beispiel für einen Medikamentierungs-Plan. Er beruht auf vier Medikamenten-Gaben pro Tag (08:00 / 13:00 / 18:00 / Beim Zubettgehen ) und auf einer Steigerung von Null auf 200 mg/Tag in insgesamt 71 Tagen.

  • Medikament: Lioresal ®, 10 mg Tabletten
  • Angenommene therapeutisch wirksame Dosis: 200 mg / Tag

Anmerkung DonQuixote: Dieses Protokoll ist sehr, sehr vorsichtig langsam und versucht, Nebenwirkungen möglichst aus dem Weg zu gehen. Man kann das Tempo der Aufdosierung, wenn man das Medikament (Baclofen) gut verträgt, aber auch locker verdoppeln.

Nachweise:

  1. Olivier Ameisen. „Das Ende meiner Sucht“, Kunstmann 2008, ISBN ISBN 978-3-88897-585-1
  2. Ameisen O. Complete and prolonged suppression of symptoms and consequences of alcohol-dependence using high-dose baclofen: a self-case report of a physician. Alcohol and Alcoholism 2005 Mar-Apr; 40(2): 147-5
  3. Ameisen O et De Beaurepaire R. Suppression de la dépendance à l’alcool et de la consommation d’alcool par le baclofène à haute dose : un essai en ouvert. Annales Médico-Psychologiques 2010 ;168 : 159-162
  4. Dore GM, Lo K, Juckes L, Bezyan S, Latt N. Clinical experience with baclofen in the management of alcohol-dependent patients with psychiatric comorbidity: a selected case series. Alcohol Alcohol. 2011 Nov;46(6):714-2
  5. Rigal L, Alexandre-Dubroeucq C., de Beaurepaire R., Le Jeunne C., Jaury P. Abstinence and ‘low risk’ consumption one year after the initiation of high-dose baclofen: a retrospective study among ‘high risk’ drinkers. Alcohol and Alcoholism, 2012 (in Press)
  6. Bucknam W. Suppression of symptoms of alcohol dependence and craving using high-dose baclofen. Alcohol Alcohol 2007;42:158–160.
  7. Agabio R, Marras P, Addolorato G, Carpiniello B, Gessa GL. Baclofen suppresses alcohol intake and craving for alcohol in a schizophrenic alcohol-dependent patient: a case report. J Clin Psychopharmacol 2007;27:319–320.
  8. Pastor A, Jones DM, Currie J. High-Dose Baclofen for Treatment-Resistant Alcohol Dependence. J Clin Psychopharmacol 2012;32:266–268.
  9. http://www.sfalcoologie.asso.fr/
  10. Smith, C. R., LaRocca, N. G., Giesser, B. S. and Scheinberg, L. C. (1991) High-dose oral baclofen: experience in patients with multiple sclerosis. Neurology 41, 1829-31
  11. Leung NY, Whyte IM, Isbister GK. Baclofen overdose: defining the spectrum of toxicity. Emerg Med Australas. 2006;(1):77-82.
  12. Evans SM et al. Acute interaction of baclofen in combination with alcohol in heavy social drinkers. Alcohol Clin Exp Res 2009; 33 : 19-30.
  13. Paoletti O. La prescription hors AMM. Neurologie, 2003 ; 6 :46-48
  14. Rolland B, Deheul S, Danel T, Bordet R et Cottencin O. Un dispositif de prescriptions hors-AMM : exemple du baclofène. Thérapie 2010; 65 (6): 511–518

Uff! Erst mal durchatmen …
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Zuerst eine ganz leise geflüsterte Kritik: Dort wo steht: „Es gibt auch einige Arbeiten über die Verwendung hoher Dosierungen.“ hätte man ruhig noch hinzufügen können: „selbst über einen langen Zeitraum.“ Die zitierten Studien geben das nämlich her (meint jedenfalls die Autorin der Doktorarbeit ).

Aber ansonsten? FORMIDABLE!

Wirklich neu und überraschend ist daran (fast) nichts. Aber es ist VIEL BREITER abgestützt als alles bisher Gelesene, was sowohl die Autorenschaft als auch die Anzahl der beobachteten Patienten betrifft. Neu für mich, und ich denke für Euch auch, sind die Dosierungsempfehlungen um und nach der Maximaldosierung. Ich wiederhole sie an dieser Stelle nochmal:

Französische Ärzte hat geschrieben:Im Allgemeinen verharren Sie mehrere Wochen oder Monate auf der Maximaldosis, erst danach werden Sie die Dosis verringern und Ihre Erhaltungsdosis finden können.

Und:

Französische Ärzte hat geschrieben:Wenn man die erwünschte, gut tolerierte Dosis erreicht hat, wird empfohlen, sie zwei bis drei Monate beizubehalten (manchmal mehr, manchmal weniger).

Und jetzt wird auch deutlich (nicht nur deswegen) dass die Vorgehensweise von @fetsecht und @Meister grundfalsch ist: Erhöhung der Dosis in rasendem Tempo bis zur nicht oder kaum noch verträglichen, dortiges Verharren für ein paar wenige Tage und dann Dosisverringerung in ebenso rasendem Tempo. Da hilft dann auch die Ausrede „Aber die Dosisfindung ist für jede Person verschieden!“ nicht mehr. Und auf Olivier Ameisen kann man sich auch nicht beziehen, der blieb bekanntlich „nur“ 12 Tage auf seiner Höchstdosis von 270 mg/Tag. Aber der hatte gar keine AHNUNG, wie so etwas funktioniert, wie auch, er war ja der Erste!

Interessant ist das Papier auch, um es Eurem Arzt / Therapeuten zu zeigen, wenn der von der Baclofen-Therapie nicht so richtig überzeugt ist. Deshalb wird es bald auch eine downloadbare Version im PDF-Format geben.

Weiterhin viel Spaß beim Schmökern wünscht DonQuixote

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WilloTse
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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon WilloTse » 30. Mai 2012, 08:54

Hi DonQuixote!

Zunächst mal wieder "Danke" für Deine unermüdliche und unersetzliche Arbeit!

Und: auch nach dreimaligem Durchlesen finde ich kein Haar in der Suppe, das sich zu spalten lohnte.
DonQuixote hat geschrieben:FORMIDABLE!

Wenn Du schon ein pdf 'draus machst, würde es Dir dann etwas ausmachen, auch Deine Zusammenfassung der Doktorarbeit als pdf aufzubereiten? Wenn wir dann noch die Fehler bzw. Lücken der Rapp'schen Bilanz geklärt kriegen, gehe ich, in bester lutherischer Tradition, das Zeug an die Kirchentüren nageln.

Ohne jetzt den leisesten Druck ausüben zu wollen (falls nein, sag: einfach "nein"): kriegst Du die pdf - Dateien bis 15.6. online? Dr. Rapp wird sich bis dahin nicht klären lassen, das nehme ich dann in einer von mir (freundlich :wink: ) kommentierten Fassung mit.

Herzliche Grüße

Willo

edit: Link eingefügt
Zuletzt geändert von WilloTse am 30. Mai 2012, 09:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Zero
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Mann oder Frau?: Ich habe keine AHNUNG

Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon Zero » 30. Mai 2012, 09:04

Hallo Don Q,

auch von mir einen großen Dank für deine Arbeit und Mühe [clapping]
Auch wenn, wie du schon sagst, vieles schon bekannt war / ist, so ist der Artikel hoch informativ, vor allem aber verständlich geschrieben. Die geplante PDF Datei werde ich mir auf jeden Fall runterladen.
Nochmals Vielen Dank

LG
Zero

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 30. Mai 2012, 10:32

Hallo Willo

Danke, auch an @Zero, für den Zuspruch. Ja, das mit der PDF schaffe ich locker. Die PDF von Annie Rapps Bilanz war eh bereits vorgesehen und zwar MIT Auflösung des „Verschollenen-Rätsels“. Mehr dazu dann in Kürze in ihrem Thread.

Die Übersetzung der Doktorarbeit als PDF geht leider nicht. Bei der Forums-Aufbereitung stimmt die Reihenfolge nicht, sie ist viel zu sehr mit Eigenkommentaren durchsetzt und darüber hinaus auch unvollständig, wie ich hier bereits notiert hatte.

Dir ist bestimmt, wie auch mir, aufgefallen, dass es keine Auswertung im Sinne von „Ok / Nicht Ok“ gibt. Einblick hinter die Kulissen habe ich nicht, aber der Grund dürfte klar sein: Die Autoren möchten unbedingt vermeiden, in eine „pseudowissenschaftliche“ Ecke geschubst zu werden. Die Vorgehensweisen der einzelnen Ärzte / Therapeuten waren zu uneinheitlich, um eine belastbare Aussage zur Erfolgsquote machen zu können. Das überlässt man lieber den besser strukturierten Untersuchungen / Studien deren Resultate demnächst auftauchen werden (Zürich, Amsterdam, Berlin, Frankreich). Im Falle von Frankreich, mit 320 Patienten der größten, dazu noch doppelblind gegen Placebo angelegten Studie, dann halt erst in der ersten Hälfte 2014. Dass jedenfalls eine Suppe, angerührt mit Baclofen, Placebo-Effekt, Eigenmotivation und therapeutischer Begleitung hervorragend wirkt, lassen die französischen Baclofen-Köche mehr als nur einmal zwischen den Zeilen durchschimmern.

Übrigens gute Idee mit dem Anschlagen an Kirchentüren. Hammer und Nägel dürften in Deiner Werkstatt ja genügend vorhanden sein [biggrin]

DonQuixote

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 30. Mai 2012, 15:50

So, sind Hammer und Nägel bereit? [twiddle]

Das PDF kann man hier downloaden. (Ich werde es dann noch an einer prominenteren Stelle hier im Forum platzieren.)

Da ist jetzt auch die vorgeschlagene Medikamentierungs-Tabelle dabei. Interessant: Dosiserhöhungen werden immer zuerst bei der Morgen- und bei der Bettzeit-Dosis gemacht. Wie auch immer: Ich habe die 4-Teilige Gabe und die Bettzeit-Dosis seit heute auch in meinem Programm. Mal sehen ob sich das mit der Müdigkeit etwas bessert. Wenn nicht isses auch nicht so schlimm ...

DonQuixote

Edit 1: Downloadlink aktualisiert
Zuletzt geändert von DonQuixote am 5. Juni 2012, 21:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon WilloTse » 30. Mai 2012, 16:58

DonQuixote hat geschrieben:Hammer und Nägel dürften in Deiner Werkstatt ja genügend vorhanden sein

Kirchentüren auch.

edit:
Hallo Leuts!

In Absprache mit DonQuixote nehme ich die hier eingestellten "Vereinbarung über einen individuellen Heilversuch", sowie die "Titration Baclofen" und die "Aufklärung zum off-label-Einsatz" wieder heraus. Wir werden sie in Kürze an wiederfindbarerer Stelle im Forum platzieren. Sollte jemand die Dokumente inzwischen dringend benötigen, kriegt er sie gern per pm. Bitte dann einfach mich ansprechen.

LG

Willo

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 1. Juni 2012, 00:35

Danke, Willo
Unser Baclofen-Arztkoffer ist jetzt online [yahoo]

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 26. Juni 2012, 18:58

Hallo @Alle

Ich habe vor kurzem der Baclofen-Abteilung des MWO-Forums den Leitfaden in Deutsch und Französisch geschickt. Dort fand sich ein User Namens Otter, der hat das jetzt ins Englische übersetzt. Otter ist gleichzeitig Admin
dieser Baclofen-Seite, die englische Version des Leitfadens kann man hier downloaden.

Die englische Baclofen-Internetgemeinde, knapp halb so groß wie die deutsche, ist in vier Foren zersplittert. Dort, wie in Frankreich und Deutschland, sind es persönliche Antipathien und Inkompatibilitäten die zu dieser Aufteilung geführt haben. Funny: Es gibt sogar einen angemeldeten Gast-Leser aus dem MWO-Forum bei uns (hello @Poink) der kann zwar kein Deutsch, lässt sich aber die Seiten mit Google übersetzen. Olivier Ameisen wird dann einfach zu Olivier Ants.
Na ja …

Gruß DonQuixote

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon Wuppi001 » 4. Februar 2013, 19:15

Hallo DonQuixote,

Ich bin neu hier und stehe ganz am Anfang meiner Behandlung mit Baclofen . Im Moment habe ich noch Orientierungsschwierigkeiten und versuche möglichst viel an verwertbaren Informationen zu sammeln.

Dabei bin ich auf o. g. Beitrag von Dir gestoßen . Herzlichen Dank für Deine Mühe und Arbeit.

Viele Grüsse

Wuppi 001

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 12. Februar 2013, 09:20

Hallo @all

Mit der neuen Tabellen-Funktion hier jetzt endlich die Dosierungstabelle:

  • Medikament: Lioresal ®, 10 mg Tabletten
  • Angenommene therapeutisch wirksame Dosis: 200 mg / Tag (Die kann aber auch einiges tiefer, oder unter Umständen sogar höher liegen)

  • Medikament: Lioresal ®, 25 mg Tabletten
  • Angenommene therapeutisch wirksame Dosis: 200 mg / Tag (Die kann aber auch einiges tiefer, oder unter Umständen sogar höher liegen)

Dieses Protokoll ist sehr, sehr vorsichtig langsam und versucht, Nebenwirkungen möglichst aus dem Weg zu gehen. Man kann das Tempo der Aufdosierung, wenn man das Medikament (Baclofen) gut verträgt, aber auch etwa verdoppeln.

DonQuixote

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon fetsecht » 13. Februar 2013, 17:59

DonQuixote hat geschrieben:Und jetzt wird auch deutlich (nicht nur deswegen) dass die Vorgehensweise von @fetsecht und @Meister grundfalsch ist: Erhöhung der Dosis in rasendem Tempo bis zur nicht oder kaum noch verträglichen, dortiges Verharren für ein paar wenige Tage und dann Dosisverringerung in ebenso rasendem Tempo.


also ich las aus dem artikel "danke don fuer die uebersetzung", das es egal ist, ob man betrunken baclofen nimmt oder nicht, empfand ich auch so, hatte fuer mich keinen unterschied gemacht, ich brauchte jeweils 175mg, um keinen gedanken mehr zu haben an alkohol....der schalter den einige von uns empfanden und der fuer mich sicherlich da ist!
aber ich selbst brauche 175mg auf baclofen taeglich
und die konnte ich nur erreichen mit fier MICH wie beschriebene nebenwirkungen.
die muedigkeit, nervt nicht nur, ich empfand sie wirklich schlecht. ich sprach von einer meudigkeit, die man am liebsten abschuetteln wollte und so ist es. der bericht hier, sagt ganz klar, die nebenwirkungen sind oft da. nur
sie sagen auch, das man wenn jemand darunter leidet, sollte man die dosis verringern und laengere zeit beibehalten, dann wird es wieder. dem muss ich wiedersprechen, ich bin muede mit 70mg +, finde aber meinen schalter mit 175mg.
ich kann 70mg solange halten wie ich will, da aendert sich nichts. ich bin nur kurzatmig muede...wie beschrieben im artikel, habe aber probleme zu schlafen abends.

und wie im artikel beschieben, die "beibehaltungs dosis" zu finden, denke ich...mal mehr mal weniger...ja, aber eine dosis die gleich ist. never!
ich sprach auch mal davon in meinen tagebuch...ich habe das gefuehl, ab und an muss man baclofen steigern...und dann kann man wieder runter gehen. aber man muss es wieder steigern, denn sonst faellt man in meine falle...hochdosieren, abstinence, runterdosieren, wohlfuehlen und nach einer zeit, wieder trinken, da hilft auch kein kurzes hochschnellen an baclofen. wenn man sieht, man laeuft verkehrt.



Da hilft dann auch die Ausrede „Aber die Dosisfindung ist für jede Person verschieden

es sind keine ausreden, es sind erfahrungen. natuerlich findet jeder seinen schalter beim hochgehen, *sicherbin* (abgesehen P4T3R, die erfahrung ich nie richtig verstand) aber die erhaltungsdosis...das ist fuer mich die frage...und die duefte nochmals bei jedem anders sein *schaetz*

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 13. Februar 2013, 22:43

Doch, doch, fets

Dein Aufdosierungstempo lag jeweils bei 50 bis 75 mg pro Woche. Das ist viel zu schnell.

Meint DonQuixote

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 24. Februar 2013, 18:05

Hallo erst mal

Auf Anregung in einem englischsprachigen Forum habe ich im Leitfaden eine Ergänzung gemacht (*). Es wurde moniert, dass es keine Angaben zu den Autoren gibt. Es wurde vereinzelt die Seriosität des Papieres angezweifelt, weil man sich fragte, was das denn für „Figuren“ seien. Der Einwand ist natürlich berechtigt, im englischsprachigen Raum kennt die kein Mensch, eigentlich genau so wie bei uns. Insbesondere Ärzte, die sich erstmals mit dem Thema befassen, und an die der Leitfaden ja eigentlich gerichtet ist, haben da sicher Erklärungsbedarf. Deshalb habe ich unter „Anmerkungen des Übersetzers“ folgendes angemerkt:

Baclofen-Leitfaden hat geschrieben:Zu den Autoren:

Dr. Pascal Gache: Paktizierender Arzt in Genf. Nahm an diversen TV-Sendungen zum Thema „Baclofen gegen Alkoholsucht“ teil. Publikationen.

Dr. Renaud de Beaurepaire. Mitarbeiter am Groupe Hospitalier Paul Guiraud. Nach Prof. Olivier Ameisen (O.A.) der erste Arzt, welcher in Frankreich Baclofen gegen Alkoholsucht anwendete. Als solcher und als Einziger auch im Buch von O.A. erwähnt. Zahlreiche Auftritte in Funk und Presse (Frankreich) zum Thema. Publizierte als Erster eine beobachtende Studie mit 100 Patienten über einen Zeitraum von zwei Jahren. Hier sind seine sonstigen Publikationen zu finden.

Prof. Philippe Jaury. Professor an der Université Descartes, Paris. Zahlreiche Auftritte in Funk und Presse (Frankreich) zum Thema. Studienleiter der klinischen Studie „Bacloville“.

Dr. Bernard Joussaume : Praktizierender Arzt und Präsident der „Association Aubes“. Diese Vereinigung betreibt Öffentlichkeitsarbeit rund um die Baclofen-Therapie, ein öffentliches Forum mit knapp 4‘500 Mitgliedern und ein nicht öffentliches, nur Ärzten und Therapeuten vorbehaltenes Forum mit ca. 500 Mitgliedern.

Dr. Annie Rapp : Engagierte Psychotherapeutin mit eigenem Blog. Eine der erfahrensten, Baclofen verschreibenden Therapeuten.

Patrick de la Selle : Praktizierender Allgemeinmediziner, Montpellier.


Links und Dateiname zum Leitfaden bleiben dieselben, weil die schon allenthalben im Netz rumschwirren. Die neue Version ist einzig mit dem neuen Datum in der Fußzeile gekennzeichnet.

Apropos „im Netz rumschwirren“: Dass das französische Original mal öffentlich erhältlich war, wenn auch nur über eine verborgene Hintertür, war ein Betriebsunfall, so hat man mir das versichert. Diese Hintertür gibt es seit geraumer Zeit nicht mehr. Zu einer gewissenhaften Übersetzung gehört IMHO auch die Möglichkeit für Jedermann, das Original einzusehen. In den Anmerkungen ist deshalb ein gültiger Link gesetzt.

Ich verstehe auch nicht, warum das Original-Papier nicht freigegeben wird. Gut, es ist aus einem nichtöffentlichen französischen Ärzteforum mit inzwischen knapp 500(!) Mitgliedern, Tendenz stark steigend(!) entsprungen und war ursprünglich nur als Leitfaden für Ärzte gedacht, welche sich über die Therapie der Alkoholsucht mit hoch dosiertem Baclofen informieren wollten. Aber sonst? Es gibt viele (er)schlagende Gründe, warum der Leitfaden veröffentlicht werden sollte:

  • Es ist sicher zu begrüßen, dass vermehrt Ärzte und Therapeuten einen Versuch mit der Baclofen-Therapie gegen Alkoholabhängigkeit wagen möchten. Irritierend ist da halt manchmal die Unkenntnis, die dort vorherrscht. Das sehen wir hier, bei uns, aber auch im Nachbarforum gibt es haarsträubende Berichte dazu. Ich weiß, Ärzte hören das nicht gerne, aber hey, sorry, vielleicht ist es auch mal die Pflicht des Patienten, seinen Arzt aufzuklären.
  • Wenn es der „Association Aubes“ an Aufklärung gelegen ist, dann verstehe ich nicht, warum man den „Leitfaden“ französisch sprechenden Ärzten und Therapeuten vorenthält, die Mitglieder ihrer Vereinigung sind. Der Leitfaden enthält kein Geheimwissen. Alle Fakten werden in ihrem EIGENEN Forum (und in vielen anderen) sowie an öffentlichen Kolloquien öffentlich ausgebreitet. Warum also hält man den „Leitfaden“ unter Verschluss?
  • Die öffentliche Zugänglichkeit zum französischen „Leitfaden“ war ein Betriebsunfall. Trotzdem wurde er (der Leitfaden) ins Deutsche und dann auch ins Englische übersetzt. Der „Leitfaden“ sollte meiner Meinung nach in alle Sprachen übersetzt werden, in denen es auch Olivier Ameisen Buch gibt. Zurzeit sind das Französisch, Englisch, Deutsch, Holländisch, Italienisch, Spanisch und Polnisch. Leider finde ich vorerst keine holländischen, italienischen, spanischen Foren oder Blogs, polnische schon grad gar nicht. Das ist halt irgendwie Voraussetzung, um Ansprechpartner für Übersetzungen zu haben und dann natürlich auch für die Verbreitung.

Vielleicht, ja sogar bestimmt, wird es einmal eine überarbeitete Fassung des „Leitfadens“ geben. Wenn sich die Öffentlichkeitsarbeit von AUBES nicht ändert, wird das Papier zunächst französischen Ärzten vorbehalten bleiben. Für den Rest der Welt gilt dann halt der „alte“ Leitfaden erst mal weiter. Aber ich verwette meinen süßen Hintern, dass auch neue Versionen des „Leitfadens“ schon bald nach deren Erscheinen „befreit“ werden. Vielleicht überdenkt die Association AUBES ihre Öffentlichkeitsarbeit irgendwann mal. Mit der Association AUBES habe ich längst keinen Kontakt mehr. Ich hatte mir dort schon mal eine Abfuhr geholt. Sie waren sehr höflich, aber klar. Ich bin nicht beleidigt, und doch habe ich ein komisches Gefühl, im Bauch, im Kopf, im großen Zeh, ich lasse es einfach. Vielleicht wird das hier ja gelesen, die Möglichkeit ist gar nicht so klein: Free the prescribing guide for baclofen in the treatment of alcoholism! The prescribing guide should not be only for use by French physicians, but just for all of us!

DonQuixote

(*) P.S. Das ist leider nur ein Konzept-Papier, weil noch unvollständig. Mit den holländischen Freunden habe ich Kontakt aufgenommen, vielleicht kommt da eine Reaktion. Die konkrete Umsetzung in den deutschen und englischen Papers dauert noch an, aber es wird bestimmt alles gut. Auf die französische Version habe ich natürlich keinen Einfluss.

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 17. Mai 2013, 10:24

Soderle [yahoo] Den Baclofen-Leitfaden gibt es jetzt auch auf Holländisch.

Ich habe sehr lange nach einem Übersetzer gesucht, und wurde letztendlich in Belgien fündig. Belgien? Holländisch? Wie geht das denn? Ja, klar geht das. Die Flämische Gemeinschaft in Belgien spricht nichts anderes als Holländisch, mit dem entscheidenden Vorteil, dass die meist zweisprachig muttersprachlich sind. Die Qualität der Übersetzung kann ich nicht einschätzen, denn Holländisch spreche oder lese ich nicht auch noch <seufz>.

Die Übersetzung erfolgte vom französischen Original ins Holländische. Von den Übersetzern, es ist nämlich ein ganzes Team, bestehend aus drei Personen, weiß ich: Ärzte sind sie allesamt nicht, doch sind sie alle drei zweisprachig-muttersprachlich (holl-franz), einer davon, eine Sie, ist irgendwas mit „Master in Sprachen“. Ein anderer ist seit fünf Jahren Justizbeamter und war davor lange in der medizinischen Pflege tätig. Bei so viel Kompetenz möchte ich die Übersetzung also nicht anzweifeln, es dauerte auch ziemlich lange, und ich denke, die Jungs und Mädels sind sorgfältig vorgegangen und nehmen die Sache wirklich ernst.

Super! Nächste Meilensteine: Übersetzungen auf Italienisch und Polnisch, in diesen Sprachen ist jedenfalls das Buch von Olivier Ameisen bereits erschienen. Irgendwelche Partner für Übersetzungen zu finden ist aber schwer. Weitere Träume: Übersetzungen in Spanisch, Russisch und Chinesisch. Tipps für Übersetzungspartner nehme ich gerne entgegen.

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon DonQuixote » 8. Juni 2013, 06:36

Ach Ja, Türkisch fiel mir auch noch grad ein. Schiebt mir den Kontakt rüber, falls Ihr da Jemanden kennt.

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon Rog » 9. Juni 2013, 12:45

Hallo DonQuixote

Wenn du willst, kann ich diese holländische Übersetzung mal "prüfen", meine Muttersprachen sind auch Niederländisch und Französisch.
Was NW betrifft: Erstaunlicherweise habe ich meine schlimmste NW, nämlich Dyhadration, nicht in der Liste gesehen. Beim Suchen im Forum wurde ich auch nicht fündig. Morgens wache ich z.T. auf mit extrem trockenem Mund. Dem versuche ich dann vorzubeugen, indem ich viel Wasser trinke.

Weisst du, ob sonst jemand davon Last hat?

Freundliche Grüsse

rog

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon GoldenTulip » 9. Juni 2013, 18:43

Hallo Rog,

Mundtrockenheit wird im Beipackzettel von Bacofen als häufige Nebenwirkung angeführt:
http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Baclofen/nebenwirkungen-medikament-10.html.

Das ist übrigens nicht auf Dehydrierung zurückzuführen, sondern auf eine eingeschränkte Speichelproduktion, die bei vielen Medikamenten begleitend auftritt. Aber man sollte natürlich darauf achten, die durch Alkohol eingesparte Flüssigkeitsmenge durch Wasser, Tee, Schorlen etc. zu ersetzen.
Rohkost knabbern oder zuckerfreier Kaugummi kann da etwas Abhilfe schaffen gegen das unangenehme Trochkenheitsgefühl. Und wenn ich mich Recht erinnere, ist die Mundtrockenheit nach einer Gewöhnung an die Dosissteigerung bei mir auch wieder weggegangen.

LG Conny
Siegreiche Krieger siegen bevor sie in den Krieg ziehen, während Verlierer erst in den Krieg ziehen und dann versuchen, zu gewinnen. Sunzi.
Wenn Du nichts tun kannst, tu, was Du tun kannst. Conny.

In respektvollem Gedenken an Aaron Swartz http://de.wikipedia.org/wiki/Aaron_Swartz

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Beitragvon DonQuixote » 10. Juni 2013, 22:16

Hi Rog

Rog hat geschrieben:Wenn du willst, kann ich diese holländische Übersetzung mal "prüfen", meine Muttersprachen sind auch Niederländisch und Französisch.

Ja klar, mach nur. Die holländische Version liegt hier und das französische Original dort.

DonQuixote

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Beitragvon DonQuixote » 20. Juni 2013, 21:52

Hallo erst mal

Dr. Bernard JOUSSAUM, der scheidende Präsident der Association AUBES, gab in seinem Vortrag anlässlich des Kolloquiums 2013 unter anderem bekannt, es sei „logisch, dass der ursprünglich für Mediziner verfasste Leitfaden nun jedermann zugänglich ist“ (Minute 01 :55).

Einer Folie, die Dr. Pascal Gache während seines Vortrages auflegte, kann man außerdem entnehmen, dass es den Leitfaden inzwischen in einer Version 3 gibt, unsere Übersetzung beruht auf der Version 2. Am Inhalt wird sich nichts wesentliches geändert haben.

Schön, dass dies jetzt so gehandhabt wird, mal sehen, wann es die Version 3 zum Download gibt.

DonQuixote

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Re: Erfahrungsbericht und Leitfaden franz. Ärzte / Therapeuten

Beitragvon Rog » 7. Juli 2013, 13:00

DonQuixote hat geschrieben:Die holländische Version liegt hier und das französische Original dort.


Hallo DonQuixote

Es war mir ein Vergnügen, den Text zu lektorieren.

Die niederländische Übersetzung ist inhaltlich sehr gut gemacht. Abgesehen von wenigen Schreib- und grammatikalischen Fehlern ist sie sprachlich auch sehr gut.

Seite 2 (Mitte): Baclofin sollte Baclofen sein
Seite 3 (Punkt 4): statt ...is veel hoger, sollte sein ...zijn veel hoger.
Seite 3 (Punkt 4): Konsistenzfehler: statt dosissen sollte doses sein.

LG

rog


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